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NFL-Saisonstart: Das sind die Favoriten

September 9, 2020

Kansas City Chiefs

Es dauerte 50 Jahre bis die Chiefs den zweiten Super Bowl der Franchise gewinnen konnte und das Team bleibt zum Großteil wie es war, um es erneut zu versuchen. Die Chiefs wollen unbedingt nachlegen und schon diese Jahr die Lombardi-Sammlung erweitern. 20 von 22 Startern aus dem Super Bowl sind noch im Kader von Kansas City. Wenn Quarterback Patrick Mahomes fit bleibt, führt der Super-Bowl-Sieg auch heuer über die Chiefs.

Mahomes ist das größte Talent der NFL, ein MVP in seiner ersten Saison als Starter und ein Super-Bowl-Champion in der nächsten. Schlagzeilen machte der junge Quarterback mit seiner Vertragsverlängerung, die ihn bis 2031 an die Chiefs bindet – für insgesamt 450 Millionen Dollar, bei Boni bis zu 503 Millionen. Der Vertrag unterstreicht, dass Mahomes der derzeit beste und wichtigste Mann der gesamten NFL ist. Der 24-Jährige wirft punktgenau auf jede Distanz, ist für einen Quarterback extrem schnell und flink zu Fuß und hat ein taktisches Verständnis wie kaum ein anderer. Laut Coach Andy Reid „ist er ein ganz normaler Typ“, was ihn zudem besonders macht. Der Superstar konzentriert sich voll auf den Sport. Wer ein Rezept gegen die Kansas City Chiefs finden will, muss ein Rezept gegen Patrick Mahomes finden. Trotzdem ist er nicht allein – sowohl die Offense als auch Defense ist gespickt mit individueller Klasse.

San Francisco 49ers

Möglicherweise trauert man an der Ostküste der USA immer noch der vergebenen Chance nach, den Super Bowl zu gewinnen. Bereits zehn Punkte lagen die 49ers gegen die Kansas City Chiefs voran, doch ein überragender Patrick Mahomes zerstörte ihre Träume. Nichtsdestotrotz spielte San Francisco eine großartige Saison, nun soll der erneute Einzug in den Super Bowl und abschließend der Gewinn der stärksten Football-Liga der Welt gelingen. Auch wenn die Abgänge von Defensive End DeForest Buckner und Wide Receiver Emmanuel Sanders schmerzen mögen, haben sich die Niners mit Rookies gut verstärkt, zudem kam Offensive Tackle Trent Williams von den Redskins.

Probleme könnten die Verletzungen von der Starting Offense machen. Mit Weston Richburg ist der Starting Center aufgrund von Knieproblemen fraglich, sein Backup Ben Garland kämpft mit einer Knöchelverletzung. Auch die eigentlich gesetzten Wide Receiver sind nicht komplett fit. Der Beginn der Saison dürfte also nicht einfach werden, zudem werden die Seattle Seahawks versuchen, in der NFC West das Kommando zu übernehmen. Doch sobald alle fit sind, wird die zweitbeste Offense der vergangenen Saison zeigen, warum sie so gefährlich sind. Jimmy Garoppolo wirkt ohnehin fitter und agiler als in den letzten Jahren, der Quarterback reifte und dürfte heuer seine beste persönliche Saison in Angriff nehmen.

Baltimore Ravens

Die Ravens verloren in der Offseason nur einen wichtigen Spieler, den Right Guard Marshal Yanda, der in den Ruhestand ging. Sie verstärkten ihr Laufspiel mit J.K. Dobbins und holten Optionen für ihr Passspiel, was eine gute zusätzliche Unterstützung für den amtierenden MVP-Quarterback Lamar Jackson darstellt. Außerdem setzten sie die Umstrukturierung der Defense zu einer verbesserten Front Seven fort. Baltimores Verteidigung bleibt so hochspannend, die Ravens könnten erneut eine Top-5-Defense aufs Feld bringen. Baltimore überzeugt generell seit Jahren mit individueller Klasse und einem der komplettesten Kader der Liga. Sollten die Umstellungen in der Offense sowie der Defense funktionieren wie geplant, sind die Baltimore Ravens ein absoluter Titelkandidat!

New Orleans Saints

Eines steht fest, in der NFC South wird es abgehen wie lange nicht. Denn die Favoriten heißen zwar New Orleans Saints, jedoch werden die neue Tom-Brady-Franchise aus Tampa Bay aber auch die Atlanta Falcons alles daransetzen, die Vorherrschaft zu übernehmen. Es könnte eine entscheidende Saison für die Saints werden, denn dies scheint die letzte Spielzeit von Quarterback Drew Brees zu sein. Der Führende in der Passstatistik der NFL-Geschichte soll sein Team zum nächsten Super-Bowl-Titel nach 2010 führen. Mit seinem starken Spiel in den letzten Jahren gab es keine Anzeichen dafür, dass der mittlerweile 41-Jährige langsamer wird, dennoch stellt sich die Frage, ob er mit seinem fortgeschrittenen Alter an die Leistungen der vergangenen Jahre anschließen kann. In der Zwischenzeit hat New Orleans ihn mit einem der talentiertesten Roster in der NFL ausgestattet. Das Team sollte – auch dank einer starken Defense sowie Secondary – in der Lage sein, einen leichten Rückgang von Brees zu verkraften und um den Super Bowl mitzuspielen.

Tampa Bay Buccaneers

Mit Spannung erwarten Football-Fans, was nach dem größten Wechsel des Sommers in Tampa Bay passiert. Mit Tom Brady holte die Franchise einen absoluten Superstar nach Florida. „The Goat“ holte gleich Kumpel Rob Gronkowski aus der Pension zurück und nahm in mit zu den Bucs. Auch wenn die Kombination aus den beiden mit den notorisch erfolglosen Buccaneers eine Wundertüte sein mag, wenn Brady mit Coach Bruce Arians einen geeigneten Plan aufstellen kann, können sie jedem Team wehtun. Seit 2007 hat Tampa Bay die PlayOffs nicht mehr erreicht. Die Waffen scheinen aber nicht nur wegen Brady so stark wie nie. Sollte es die Offense Line schaffen, den Superstar zu schützen und die Defensive ihre positive Entwicklung der letzten Jahre beibehalten, ist mehr möglich als ein Einzug in die Postseason. Abgesehen davon findet der Super Bowl LV im Raymond James Stadium von Tampa Bay statt – wenn das nicht Motivation genug ist. Den ersten Kracher gibt’s bereits am ersten Spieltag am Sonntag (22:20 Uhr) mit dem Spiel gegen die Saints.

Seattle Seahawks

Es geht heiß her in der NFC West! Die Seahawks standen bereits letzte Saison kurz davor, die 49ers um den Divisionstitel und eine bessere Playoff-Position zu bringen. 2020 scheint dies aber wieder möglich, wenn sich Russell Wilson wie erwartet steigern und das Zusammenspiel mit Tyler Lockett, DK Metcalf und jetzt Olsen weiter forcieren kann. Er kann sich auf das mächtige Power-Running stützen, das er einst mit Marshawn Lynch hatte, ein Element, das ohne Lynch wieder zurückkehrt. Dadurch wird das Offensivspiel der Seahawks noch variabler und somit unberechenbarer.

Was Seattle jedoch zum Mitfavoriten macht, ist die Defense: Seattle erwarb Quandre Diggs während der letzten Saison und tauschte zu Beginn der Offseason gegen Jamal Adams und Corner Quinton Dunbar. Sie haben Shaquill Griffin auf der anderen Seite und haben immer noch großartige  Linebacker in ihren Reihen. Die Defensive Line ist ein großes Fragezeichen, aber wenn die Seahawks ihre jungen Spieler weiterentwickeln und Pläne schmieden können, haben sie die Chance, eine mächtige Waffe zu werden.

New England Patriots

Es mag durchaus verrückt klingen, die Patriots dieses Jahr zu den Favoriten zu zählen, da der Superstar der vergangenen Jahrzehnte das Weite suchte. Ohne Tom Brady wird es für das Team aus New England verdammt schwer zu bestehen. Aufgrund der Leistungen in den letzten zehn Jahren und Coach Bill Belichick darf man auf die Patriots nicht vergessen und gehören demnach in eine Aufzählung wie diese. Ehrlicherweise zählen die Patriots bei Weitem nicht zu den Top-Sieben. Mitgrund dafür ist der Verzicht zahlreicher Stützen bei dieser Saison dabei zu sein – Star-Linebacker Dont’a Hightower sowie Fullback Danny Vitale, Offensive Guard Najee Toran, Running Back Brandon Bolden und Right Tackle Marcus Cannon muss Belichick vorgeben. Ein bitterer Rückschlag ist auch die Abwesenheit von Safety Patrick Chung. Ob Cam Newton als Brady-Ersatz bei den Patriots funktioniert und verletzungsfrei bleibt, steht zudem noch in den Sternen.