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Saisonstart im Biathlon – Warum auf den nordischen Sport eine schwierige Saison wartet und wer die Favoriten sind

November 25, 2020Februar 17th, 2022

Am kommenden Wochenende startet der Biathlon-Weltcup in die neue Saison. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es einige Änderungen, traditionelle Stationen wie Ruhpolding, Östersund und Annecy fallen aus, in der Stimmungshochburg Oberhof sind keine Zuschauer erlaubt. Der Höhepunkt der Saison wird die Biathlon-WM in Pokljuka vom 10. bis 21. Februar 2021.

Eigentlich hätte die Biathlon-Saison in Östersund starten sollen, doch aufgrund der aktuellen Lage wurde der Auftaktbewerb abgesagt. Kontiolahti sprang ein, daher warten zwei Wettkampfwochenenden im traditionsreichen finnischen Weltcup-Ort. Trotz strikter Maßnahmen dürfen, zumindest an den ersten Tagen, bis zu 4.500 Zuschauer in die Arena. Nicht nur in Kontiolahti bleibt der Weltcup zwei Wochen – auch in Hochfilzen und Oberhof verweilen die Athleten länger als üblich. Damit sollen Reiseherausforderungen vermieden und die Gesundheit der Teilnehmer gesichert werden. In Oberhof werden die Wettkämpfe laut Veranstalter ohne Zuschauer stattfinden. Je nach Corona-Situation können sich weitere kurzfristige Änderungen ergeben.

Johannes Thingnes Boe ist der große Gejagte

Mit dem Karriereende von Martin Fourcade ist der härteste Konkurrent des amtierenden Weltcup-Champions Johannes Thingnes Boe aus dem Rennen. Mit dem Weltcup-Dritten der Vorsaison, Quentin Fillon Maillet, sowie Emilien Jacquelin und Simon Desthieux hat Frankreich allerdings noch einige Top-Athleten. Aus deutscher Sicht sind Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Johannes Kühn die vielversprechendsten Starter. Doll konnte vergangene Saison in Annecy seinen dritten Weltcupsieg feiern, Routinier Peiffer holte jeweils einen zweiten und dritten Platz.

Bei den Damen ist die Italienerin Dorothea Wierer als Titelverteidigerin Topfavoritin. Ihre Verfolgerinnen aus dem Vorjahr, die Norwegerin Tiril Eckhoff und die Schwedin Hanna Öberg, dürften wohl auch in dieser Saison vorne mitmischen. Denise Herrmann dürfte das heißeste Eisen der deutschen Damen sein. Die Sprintspezialistin, die in der vergangenen Saison drei Weltcupsiege feiern konnte, freut sich trotz der Einschränkungen, dass es wieder los geht: „Wir können froh sein, wenn so viele Rennen stattfinden wie möglich – auch wenn sie vielleicht nur im Fernsehen übertragen werden.“

WM in Pokljuka als Saisonhöhepunkt

Das absolute Highlight der Saison stellt die Weltmeisterschaft in Pokljuka im Februar dar. Die Zuschauersituation ist noch nicht absehbar. Gestartet wird mit der Mixed-Staffel, den Abschluss macht traditionell der Massenstart. 2022 gehen die Olympischen Winterspiele in China über die Bühne, die Generalprobe, die in der heurigen Weltcup-Saison stattfinden soll, wurde erst vor wenigen Tagen vom Biathlon-Weltverband IBU gestrichen.

Nach zwei Mal Kontiolahti und zwei Mal Hochfilzen findet die World Team Challenge, die üblicherweise Auf Schalke ausgetragen wird, in Ruhpolding statt. Im Jänner folgen zwei Wochenenden in Oberhof. Vor der WM in Pokljuka warten noch Wettkämpfe in Antholz. Den Saisonabschluss machen Bewerbe im tschechischen Nove Mesto und in Oslo. Damit gibt es mit WM und Spezialbewerb in Ruhpolding nur acht Stationen.