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World Matchplay: Wer holt sich die Phil Taylor-Trophy?

Juli 17, 2020

Grundsätzlich wird das Matchplay im Winter Garden von Blackpool ausgetragen, coronabedingt übersiedelte das Turnier aber hinter verschlossene Türen nach Milton Keynes. Das Turnier zählt zu den wenigen Major-Ranking-Turnieren im Jahr. Die gewonnenen Preisgelder fließen also direkt in die Order of Merit mit ein und können Spielern zu weitreichenden Ranglistenverbesserungen verhelfen. Besonders unter Zugwang stehen dieses Jahr Gary Anderson und Mensur Suljovic. Beide erreichten vor zwei Jahren das Finale und müssen daher das Preisgeld verteidigen, da dieses aufgrund der Ranglistenarithmetik nun rausfällt.

Das Teilnehmerfeld besteht aus 32 Spielern. Die Top 16 gehen als gesetzte Spieler in  das Turnier und treffen jeweils auf einen Spieler aus den Top 16 der Pro Tour. Die Pro Tour setzt sich bekanntlich aus Turnieren der Players Championship-Serie und der European Tour zusammen und nur Einnahmen der letzten zwölf Monate werden hierfür gezählt. Für die Ermittlung der Pro Tour Top 16 werden Spieler aus den Top 16 der Order of Merit aber nicht mitgezählt, da diese ohnehin über die Rangliste für das Turnier qualifiziert sind. Ricky Evans konnte sich so als eigentlich Nummer 31 der Pro Tour doch noch qualifizieren, weil bis auf Simon Whitlock alle Top 16 Spieler der Order of Merit in der Pro Tour vor ihm liegen.

Am Samstag startet das Turnier und dauert bis zum 26. Juli. Den Auftakt macht der besagte Australier Simon Whitlock gegen Ryan Joyce, der zuletzt auf der Summer Series überraschend ein Turnier gewinnen konnte. Auch die Ex-Weltmeister Michael van Gerwen und Gary Anderson steigen schon am Samstag ins Turnier ein. Der Niederländer trifft auf Brendan Dolan, der Schotte bekommt es mit Justin Pipe zu tun. Besonders packende Duelle sind zwischen Gerwyn Price und dem formstarken Danny Noppert, sowie zwischen Weltmeister Peter Wright und dem Portugiesen Jose de Sousa zu erwarten. De Sousa spielte auf der Summer Series ein Finale und brachte es in insgesamt elf Spielen auf einen Drei-Darts-Average von mehr als 100 Punkten. Das gelang außer dem Portugiesen nur noch Peter Wright. Gespielt wird in einem K.o.-System im Modus best of 19 Legs. Der Turnierbaum ist bereits fixiert.So könnte es etwa schon im Viertelfinale zum Duell zwischen van Gerwen und Anderson kommen oder auch ein Aufeinandertreffen von Gerwyn Price und Nathan Aspinall wäre möglich. Da Peter Wright und Michael van Gerwen in der jeweils anderen Turnierhälfte spielen, ist eine Neuauflage des WM-Finales beim World Matchplay möglich und als gar nicht unwahrscheinlich zu sehen. Beide Spieler sind aktuell in bestechender Form und dominierten auf der Summer Series in der vergangenen Woche.

Aus deutscher Sicht ist Gabriel Clemens am Start. Er trifft in Runde eins auf Ex-Weltmeister Rob Cross, doch dieser scheint im Moment noch nicht auf seinem Leistungsmaximum zu performen. Eine Chance für den “German Giant” hier für eine Überraschung zu sorgen. Beachtlich ist auch die erneute Teilnahme von Steve Beaton, der sich zum 20. Mal in Folge für das World Matchplay qualifizierte. Er bekommt es in Runde eins mit Adrian Lewis zu tun. Für Mensur Suljovic startet das Abenteuer World Matchplay mit einer Partie gegen Jamie Hughes. Suljovic’ Landsmann Zoran Lerchbacher konnte bei der vergangenen WM Hughes aus dem Turnier werfen, bleibt abzuwarten, ob das auch der österreichischen Nummer eins gelingt.

Das Preisgeld für den Sieger beträgt 150.000 Pfund, schon alleine für die Teilnahme gibt es 10.000 Pfund. Die Topstars Wright, van Gerwen und Price zählen zu den absoluten Topfavoriten, aber auch Spielern wie Michael Smith, Krzysztof Ratajski oder Mensur Suljovic ist es durchaus zuzutrauen in das Halbfinale einzuziehen.