Eishockey

Sommermärchen bei Eishockey-WM? Deutschland greift nach dem Titel

Juni 5, 2021

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht bei der Endrunde in Lettland im Halbfinale. Nun greift das DEB-Team sogar nach dem Titel – der Finaleinzug wäre eine kleine Sensation. Und der erste seit 1953.

Vor elf Jahren war es zuletzt soweit. Bei der Heim-WM in Köln, Mannheim und Gelsenkirchen zog Deutschland – ebenfalls dank eines Sieg gegen die Schweiz im Viertelfinale – bis ins Halbfinale einer Eishockey-Weltmeisterschaft ein. Gegen Russland und Schweden (Spiel um Platz 3) zog man allerdings den Kürzeren und beendete das Turnier auf Rang 4.

Weltmeister werden?

Es war das erste fünfte Mal seit der ersten WM-Teilnahme 1928, dass die Deutschen unter den Top 4 landeten. Die besten Ergebnisse sind zwei zweite Plätze (1930 und 1953). Doch was ist heuer möglich? Vielleich sogar der große Wurf, wie es DEB-Kapitän Moritz Müller anmerkte. Der gebürtige Frankfurter in Diensten der Kölner Haie sagte nach dem Moralsieg nach Penaltyschießen im Duell mit den Eidgenossen: „Wenn man Weltmeister werden will, muss man jeden schlagen“. Auch wenn er dabei lächelte, beweist dieses neue Selbstverständnis, dass das deutsche Eishockeyteam im Aufwind ist und sich seiner Stärke bewusst ist.

Erinnerungen am Olympia-Silber vor drei Jahren

Schon bei Olympia 2018 in Pyeongchang war das deutsche Team sensationell bis ins Finale vorgestoßen und konnte sich die Silbermedaille sichern. „Fürs deutsche Eishockey ist das enorm wichtig, weil es den Olympia-Erfolg noch mal verstärkt, den Weg von Toni verstärkt, den er mit uns gegangen ist“, betonte Kapitän Müller die Bedeutung des Siegeszugs bei der Endrunde in Lettland. Der Weg von Toni – gemeint ist Coach Toni Söderholm – ist wahrlich ein erfolgreicher. Schon vor zwei Jahren bei der WM in der Slowakei drangen Müller und Co. bis ins Viertelfinale vor. Nun soll das deutsche Eishockey-Sommermärchen weitergeschrieben werden. Es fehlt nur noch ein Sieg, bis zur ersten WM-Medaille seit 68 Jahren.

Chancenauswertung als Schlüssel zum Erfolg

In den Weg stellt sich am Samstag (17:15 Uhr) allerdings der amtierende Weltmeister aus Finnland. Die Skandinavier waren schon in der Vorrunde Gegner des deutschen Teams und setzten sich denkbar knapp mit 2:1 durch. Im Viertelfinale konnte sich das Team von Jukka Jalonen gegen Tschechien mit 1:0 durchsetzen. Nach der Niederlage der Deutschen gegen Finnland in der Vorrunde gab es Kritik, dass sich die Deutschen nur 15 Torchancen erarbeiten konnte. Trainer Söderholm fand dafür einleuchtende Gründe: „Weil wir gegen eine sehr strukturierte, sehr gute Mannschaft gespielt haben, die nicht viel zugelassen hat.“ Und meinte, dass man auf diesem Niveau eben nicht mehr Möglichkeiten bekommen würde. Der Schlüssel zum Aufstieg ins Finale wird also wohl die Chancenverwertung sein.