Euro

EURO Update: Pragmatismus statt Zauberfußball

Juni 28, 2021Juli 12th, 2021

Die großen Nationen mit den großen Stars zeigten nur in homöopathischen Dosen ihre Klasse. Pragmatismus regiert zumeist. Die „Kleinen“ müssen für die Glanzmomente sorgen – wie zuletzt Dänemark. Oder strafen uns Frankreich, England, Spanien und Co. lügen?

Seit dem letzten EURO Update ist einiges passiert. Unter anderem hat sich Polen relativ sang- und klanglos bereits in der Gruppenphase verabschiedet. Deutschland hat sich gegen Ungarn ins Achtelfinale gezittert und Spanien ist beim 5:0 über die Slowakei der Knoten geplatzt – möglicherweise.

Aber das war noch nicht alles, auch die erste Hälfte der Achtelfinal-Paarungen sind bereits gespielt, zwei Viertelfinals damit schon fixiert. Die größte Überraschung: Tschechien eliminierte die hoch favorisierten Niederlande und darf sich nun mit Dänemark um den Halbfinaleinzug matchen.

Österreich überraschte zwar auch und zwang den mittlerweile größten Turnier-Favoriten Italien in der Verlängerung, um dort am Ende mit 1:2 auszuscheiden. Italien muss im Viertelfinale gegen Belgien bestehen.

Die Red Devils konnten spielerisch nicht überzeugen, setzen eher auf Pragmatismus als auf Hurra-Fußball. Und das war gegen Portugal erfolgreich.

Vier Viertelfinalisten fehlen

Acht Mannschaften kämpfen heute und morgen um die verbleibenden Plätze im Viertelfinale. Kroatien, das bislang enttäuschte, trifft auf Spanien. Die Iberer hatten Startprobleme, zerlegten jedoch im abschließenden Gruppenspiel die Slowakei, wie oben erwähnt, mit 5:0. Sie können es also noch. Allerdings ist Kroatien (selbst in der aktuellen Form) ein ganz anderes Kaliber als die Slowakei.

Auf dem Papier hat die Schweiz gegen Frankreich keine Chance. Vor allem, weil auch die Eidgenossen bislang keinen überzeugenden Fußball ablieferten. Die Franzosen hingegen halten es mit Belgien und liefern mit überragendem Spielermaterial Minimalleistungen ab. Für Glanzlichter sorgte die Equipe bislang nicht, ob sich das heute ändert?

Am Dienstag gibt es schließlich den Schlager zwischen England und Deutschland. Während die Minimalisten-Engländer – 2:0 Tore in drei Gruppenspielen – noch recht souverän ins Achtelfinale einzogen, war das bei Deutschland eher ein Stolpern. Die Löw-Elf kassierte bereits fünf Gegentore, gewann nur ein Spiel und musste im entschiedenen Duell mit Ungarn bis zum Ende zittern – ein maues 2:2 reichte zum Aufstieg.

England muss seine Offensivstärke wieder finden – Harry Kane enttäuschte auf ganzer Linie – und Deutschland seine Defensive unter Kontrolle bringen. Ein spannendes Spiel ist garantiert, wie hochklassig die Begegnung wird, ist eine andere Frage.

Den Abschluss macht das Duell zweier Überraschungsmannschaften. Schweden und die Ukraine duellieren sich um den letzten Platz im Viertelfinale. Während die Osteuropäer nach zwei Niederlagen eher zufällig in die Runde der letzten 16 gerutscht ist, konnte Schweden überzeugen. Vielleicht nicht spielerisch, aber taktisch und mit Disziplin und Einsatz.

Für die extrem gut organisierten Skandinavier ist ein Einzug ins Viertelfinale absolut in Reichweite, immerhin konnten sie schon die Offensive von Spanien komplett aus dem Spiel nehmen und zeigte gegen Polen selbst Offensivstärke, trafen dreimal.