Euro

Die Men to Watch im Finale der EURO

Juli 9, 2021Juli 12th, 2021

Das Finale der EURO steht vor der Tür. Bei Italien und England konnten sich im Laufe der Endrunde einige Spieler ins Rampenlicht spielen, wir haben vier ausgewählt, auf die man beim Finale am Sonntag besonders achten sollte.

Federico Chiesa

Sein Vater Enrico stürmte ebenfalls für Italien und nahm an der EURO 1996 und der WM 1998 teil. Mehr als ein Viertelfinale war Chiesa senior nicht vergönnt. Sein Sohn Federico kam in jedem Spiel der EURO 2020 zum Einsatz, spielte aber nur dreimal von Beginn an. Der Flügelstürmer von Juventus Turin entpuppte sich dabei aber als Mann für die entscheidenden Tore. Im Achtelfinale gegen Österreich brach er mit seinem Treffer aus spitzem Winkel den Bann in der Nachspielzeit und leitete den Aufstieg ein, gegen Spanien gelang ihm nach einem unglaublichen Sprint mit einem Solo der Marke Weltklasse das Führungstor. Chiesa kann in dieser Form auch für England zum Problem werden – andererseits haben in der italienischen Mannschaft im Laufe dieser EURO auch Spieler wie Lorenzo Insigne, Manuel Locatelli oder auch Ciro Immobile und Nicolo Barella gezeigt, dass sie den Unterschied ausmachen können in der Offensive.

 

Giorgio Chiellini

Selten hat man einen Profifußballer in einem so wichtigen Moment seiner Karriere so entspannt und feixend erlebt wie Giorgio Chiellini vor dem Elfmeterschießen gegen Spanien. Während der Kapitän der Iberer, Jordi Alba, angespannt keine Miene verzog, spaßte der Juventus-Routinier, tätschelte seinen Kontrahenten und grinste, als ob er am Strand von Rimini gerade um das nächste Gelato spielen würde. Es ist vielleicht das letzte große Turnier für den 36-Jährigen, noch wahrscheinlicher ist es seine letzte Chance auf einen großen Titel, kam er beim WM-Titel der Squadra Azzurra 2006 doch zu keinem einzigen Einsatz. Seine positive Energie und Abgeklärtheit könnte ein Erfolgsfaktor für die Italiener im Finale werden.

Raheem Sterling

Wenn es einen Spieler gibt, der im englischen Nationalteam heraussticht, dann ist es der Flügel von Manchester City. Durchaus überraschend schenkte Gareth Southgate ihm und nicht den Jungstars Phil Foden oder Jadon Sancho das Vertrauen – und der gebürtige Jamaikaner zeigt seit Beginn des Turniers, warum sein Nationaltrainer das richtige Gefühl hatte. 3 Tore und 1 Vorlage in 6 Spielen liest sich gut, zeigt aber gar nicht, wie wichtig Sterling für das Spiel der Engländer war. In der Vorrunde sicherte er gegen Kroatien und Tschechien mit seinen Goldtoren den Aufstieg ins Achtelfinale, in der kräftezehrenden Verlängerung gegen Dänemark sprintete er der gegnerischen Verteidigung noch in den letzten Minuten problemlos davon – und auch den entscheidenden Elfmeter holte er mit einem Dribbling heraus. Er wird neben Kapitän Harry Kane Offensivspieler sein, den die Italien im Zaum halten müssen.

Harry Kane

Bei je 5 Treffer im Turnierverlauf stehen Cristiano Ronaldo und Patrik Schick, da die beiden bekanntlich keine Tore mehr erzielen werden, hat Harry Kane gute Karten, sich zumindest gemeinsam mit den Kollegen aus Portugal und Tschechien die Torjägerkrone dieses Turniers zu sichern. Bei 4 Treffern hält der englische Kapitän, der im Nationalteam auf einer eher ungewöhnlich positioniert ist und weniger im Strafraum agiert, als es seinem Spiel guttut. Dass er trotzdem schon so oft getroffen hat, zeigt nicht zuletzt, welche Qualität der Noch-Tottenham-Stürmer hat, der immer wieder mit einem Wechsel in diesem Sommer in Verbindung gebracht wird.