Europa League

Europa-League: Frankfurt und Leverkusen wollen 24-jährige Durststrecke beenden

September 15, 2021

Gibt es endlich wieder einen deutschen Sieger im zweithöchsten UEFA-Bewerb? Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Zuvor steht für die zwei deutschen Vertreter die Gruppenphase an.

Exakt 112 Tage nach dem dramatischen Elfmeter-Krimi zwischen Manchester United und Villarreal im Europa-League-Finale in Danzig startet der Kampf um den kleinen Bruder der UEFA Champions League erneut. 21 Elfmeter hat es damals in Polen gebraucht, um das Endspiel der Europa League 2020/ 21 zugunsten von Villarreal zu entscheiden. Um die Nachfolge der Spanier als Champion bewerben sich mit Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen heuer auch wieder zwei deutsche Mannschaften.

Machbare Gruppen

Die Gruppenphase sollte zumindest kein Stolperstein bei diesem Vorhaben für die deutschen Vertreter sein. So trifft die Mannschaft vom Österreicher Adi Hütter in Gruppe D auf Royal Antwerpen, Fenerbahce Istanbul und Olympiakos Piräus. Die Werkself aus Leverkusen darf sich indes mit Celtic Glasgow, Ferencvaros Budapest und Betis Sevilla messen.

So gehen beide deutschen Vertreter mit der Favoritenrolle in den Wettbewerb, um den 15 Kilogramm schweren Pokal. Um diesen am Ende in die Höhe zu stemmen, muss also bis Dezember die Pflichtaufgabe in der Gruppe erfüllt werden. Jeweils der Gruppensieger bekommt fix sein Ticket für das Achtelfinale. Durch die neugeschaffene Conference League ist nur dieser Weg stressfrei. Denn das Feld in der Europa League wurde auf 32 Teams verkleinert. Das heißt die Gruppenzweiten matchen sich mit den Gruppendritten der Champions League um die verbleibenden Plätze im Europa-League-Achtelfinale.

Für die Dritten der Europe-League-Gruppenphase gilt dasselbe einen Stock tiefer.

Europa League – kein Platz deutscher Triumphe

Leverkusen und Frankfurt sollten sich die komplizierte Arithmetik aber aufgrund der machbaren Gegner ersparen können. Ein Blick auf die Historie würde zudem das Argument untermauern, dass die Zeit für einen deutschen Sieg in der Europa League wieder reif sei.

Seit 1997 wartet das Land des viermaligen Weltmeisters auf einen Triumph in der Europa League – damals war der Bewerb zudem noch unter UEFA Cup bekannt. Am knappsten dran war zuletzt der SV Werder Bremen, der sich 2009 den ukrainischen Kickern von Schachtjor Donezk geschlagen geben musste.

Für Frankfurt und Leverkusen geht es indes um den zweiten Triumph in diesem Bewerb. 1980 konnten die Männer vom Main rund um Bernd Hölzenbein nach einem wahren Krimi gegen Borussia Mönchengladbach triumphieren. Das damals noch in zwei Spielen ausgetragene Endspiel konnte Frankfurt mit einem Gesamtscore von 3:3 nach einem 1:0-Heimsieg für sich entscheiden.

Besonders an der damaligen Saison war, das mit dem FC Bayern, dem VfB Stuttgart und den beiden späteren Finalisten gleich vier deutsche Teams im Halbfinale standen.

Acht Jahre später konnte dann Leverkusen ähnlich spektakulär den bisher einzigen internationalen Pokal in die Heimat mitnehmen. Im Hinspiel ging die Elf von Erich Ribbeck in Barcelona gegen Espanyol mit 0:3 unter. Die Werksmannschaft konnte das Ergebnis jedoch vor 22.000 Zusehern daheim in Leverkusen egalisieren. Im entscheidenden Elfmeterschießen drehten die Deutschen zudem noch ein 0:2 in ein 3:2 – der Sieg im Herzschlagfinale war perfekt.

Die Europa League gilt also als Garant für spannende Endspiele und brisante Duelle. Sowohl Frankfurt als auch Leverkusen sind gewillt diese Tradition fortzusetzen.