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Borussia Mönchengladbach vorm Champions-League-Duell mit Manchester City: Der Kampf mit den Formschwankungen und nun kommt auch noch Ilkay Gündogan

Februar 23, 2021

Die Saison verläuft für Borussia Mönchengladbach durchwachsen. In der Bundesliga bleiben die Fohlen hinter den Erwartungen zurück. Nur in der Champions League setzte das Team positive Ausrufezeichen. Ob das allerdings im Achtelfinale gegen Manchester City auch der Fall sein wird, ist zu bezweifeln.

In den vergangenen Tagen sorgte vor allem ein Mann bei Borussia Mönchengladbach für Schlagzeilen: Trainer Marco Rose. Der Wechsel des 44-Jährigen zu Borussia Dortmund ist nun unter Dach und Fach. Der BVB zeigte verständlicherweise großes Interesse an den Diensten Roses, der sich zu einem der angesehensten deutschsprachigen Trainer gemausert hat. Doch bei allem Lob für Rose und seine Arbeit wurde womöglich vergessen, dass Gladbach eine verhältnismäßig unterdurchschnittliche Saison spielt.

Nach der Niederlage gegen Mainz 05 am Wochenende stehen die Fohlen lediglich auf Rang acht in der Bundesliga. Statistisch betrachtet, haben sie immer jene Partien nicht gewonnen, in denen sie weniger Laufleistung als der Gegner verbuchten. Allein das deutet schon an, dass die Gladbacher von ihrer Intensität und ihrem Einsatz leben. Zugleich ist diese Statistik ein Indikator für die Inkonstanz der Mannschaft. Gerade in einer Saison mit einem extrem engen Spielplan scheint es fast unmöglich, stets mehr Kilometer als das gegnerische Team zurückzulegen.

 

Gündogan als Schlüsselspieler von City

Positive Ausrufezeichen setzte Gladbach in dieser Saison vor allem in der Champions League. Die zwei Remis gegen Real Madrid und Inter Mailand erinnerten schon fast an die glorreichen Zeiten der 1970er. Nun geht es im Achtelfinale der Königsklasse gegen Manchester City, das in seiner momentanen Form womöglich die stärkste Mannschaft Europas ist. City hat in der Premier League zuletzt jeden Gegner mit dominantem Angriffsfußball aus dem Weg geräumt. Nach Jahren der vorsichtigen Zurückhaltung in England hat sich Cheftrainer Pep Guardiola dazu entschieden, dass er sein Heil doch wieder in der Offensive suchen möchte – und das mit Erfolg.

Ein Schlüsselspieler im 4-3-3-Konstrukt von City ist interessanterweise Ilkay Gündogan. Nach der Verletzung von Spielmacher Kevin de Bruyne rutschte Gündogan in dessen Rolle und spielt folglich viel höher, als man das vom 30-Jährigen aus den vergangenen Jahren gewohnt ist. Gündogan zeigt hinter den Angreifern seine Dribbelfähigkeiten auf engstem Raum und setzt die Vorderleute mit klugen Schnittstellenpässen gezielt in Szene. Guardiola liebäugelt mittlerweile sogar damit, den deutschen Nationalspieler mal als „Falsche Neun“ einzusetzen.

 

Borussia besser bei wenig Ballbesitz

Gladbach wird im Aufeinandertreffen mit City natürlich nicht den Fehler begehen, sich nur auf Gündogan zu konzentrieren. Trotzdem müssen die zentralen Mittelfeldspieler der Fohlen die Kreise des 30-Jährigen entscheidend eingrenzen, wollen sie eine Chance aufs Weiterkommen haben. Zudem zählt mehr noch als in der Bundesliga die Devise, dass Gladbach in dieser Partie über die Laufleistung kommen muss. Ein läuferischer Mehraufwand könnte sich etwa im Pressing bemerkbar machen, wodurch die Mannschaft von Rose eventuell in der Lage wäre, den Spielaufbau von City entscheidend zu stören. Kommen Guardiolas Spieler zu leicht durch die ersten beiden Linien, dann wird Gladbach erhebliche Probleme haben, Torabschlüsse zu verhindern.

Hoffnung sollte allen Gladbach-Fans machen, dass ihr Team in dieser Saison vor allem dann gut aussah, wenn es nicht selbst das Spiel machen musste. Von einer Guardiola-Mannschaft ist ein hoher Ballbesitzanteil zu erwarten. So bestehen zumindest Außenseiterchancen für den Bundesligisten.