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Das Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Sevilla wird eine wegweisende Partie: Kann Erling Haaland den BVB retten?

März 8, 2021

Die Berg- und Talfahrt scheint für Borussia Dortmund weiterzugehen. Am Wochenende gab es eine Niederlage in München. Nun soll am Dienstag im Duell mit dem FC Sevilla der Einzug ins Champions-League-Viertelfinale gelingen. Zwei Spieler stehen dabei besonders im Fokus.

„Es bietet sich eine riesige Chance für uns, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc mit Blick auf das Spiel gegen Sevilla. Seit 2017 stand Dortmund nicht mehr im Viertelfinale der Champions League. Nach dem 3:2-Sieg in Andalusien stehen die Chancen im Rückspiel gut. Aber: Noch immer wirkt die Dortmunder Mannschaft inkonstant und scheint ohne die notwendige Überzeugung zu spielen.

Beim 2:4 gegen Bayern München begann der BVB zunächst furios. Das Umschaltspiel und die angedachten Seitenverlagerungen funktionierten perfekt und brachten eine frühe Führung. Aber im weiteren Verlauf der Partie igelte sich Dortmund immer mehr hinten ein. Die 5-2-3-Grundformation war zehn, teils 20 Meter hinter der Mittellinie postiert. Das konnte über kurz oder lang gegen einen hochklassigen Gegner wie Bayern nicht gut gehen.

Haaland und Hazard überzeugen

Die größten Lichtblicke beim Auftritt in München waren Erling Haaland und Thorgan Hazard. Während Haaland in der für ihn so typischen Manier mit Physis und Geschwindigkeit, die bayerische Innenverteidigung zerspielte und zugleich Räume für sich und seine Nebenmänner schuf, übernahm Hazard den Part des Flügeldribblers. Er ersetzte insofern den verletzten Jadon Sancho, der auch gegen Sevilla nicht dabei sein wird.

Im System des BVB ist es immens wichtig, dass es stets einen Außenbahnspieler gibt, der auf der ballfernen Seite angespielt werden und sich dann im Eins-gegen-Eins durchsetzen kann. Natürlich ist Sancho in eben dieser Rolle einer der besten der Welt. Aber auch Hazard braucht sich an guten Tagen nicht zu verstecken – wie er bereits phasenweise in München andeutete.

Nicht zu reaktiv sein

Im Hinspiel in Sevilla konnte die Dortmunder Offensive das eigene Tempo bei Gegenstößen ausnutzen. Immer wieder ging es gerade durch gute Zuspiele von Mahmoud Dahoud dynamisch in die Zwischenlinienräume, von wo aus Sancho und Haaland die Verteidiger im Anschluss attackierten. Das späte zweite Tor Sevillas beim 3:2-Sieg Dortmunds war ein kleiner Dämpfer für die Borussen. Trotzdem müssen die Andalusier wenigstens zwei Treffer im Signal-Iduna-Park erzielen.

Insofern könnte es dazu kommen, dass Sevilla aufgrund dieser Ausgangslage das Spiel machen muss. Die Mannschaft von Julen Lopetegui hat in La Liga durchschnittlich 59,1 Prozent Ballbesitz. Sie versucht also gerne, von hinten heraus mit dem Ball übers Feld zu kombinieren. Für Dortmund könnten sich bei Ballgewinnen wieder Umschaltmöglichkeiten ergeben. Allerdings darf der BVB eben nicht wie in München zu tief verteidigen und sich am eigenen Strafraum festnageln lassen. Denn dann sind selbst Haaland und Hazard machtlos.