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Deutsche Bundesliga: Die 5 wichtigsten Fragen zum 31. Spieltag

April 22, 2021

Der erste Absteiger steht fest, das Meisterschaftsrennen ist quasi entschieden und doch herrscht weiterhin Hochspannung in der Bundesliga. Borussia Dortmund macht sich auf die Jagd nach den Champions-League-Plätzen, Bayer Leverkusen muss zumindest die Conference League absichern und für Mainz 05 beginnen schwere Wochen. Wir stellen die wichtigsten Fragen zum 31. Spieltag.

Macht Bayern die Meisterschaft klar?

Bayern München kann mit einem Sieg bei Mainz 05 die 31. deutsche Meisterschaft vorzeitig unter Dach und Fach bringen. Gegen die pressing- und konterstarken Mainzer braucht es noch einmal eine konzentrierte Leistung des Rekordmeisters, aber da dies die womöglich letzte wirklich ernstzunehmende Partie in der Amtszeit von Hansi Flick sein könnte, sollten die Münchner Spieler nochmal 100 Prozent geben. Mainz hat sich unter Bo Svensson zu einem unangenehmen Gegner entwickelt, der gerade gegen eine hochstehende Abwehr Nadelstiche setzen könnte. Deshalb braucht es auf Seiten der Bayern zugriffsstarkes Gegenpressing, damit Bälle so schnell wie möglich wieder zurückgewonnen werden.

Wie beginnt Mainz die Wochen der Wahrheit?

Auf der anderen Seite des angesprochenen Duells am Samstagnachmittag steht mit Mainz 05 eine Mannschaft, die sich mitten im Abstiegskampf befindet. Die ausgefallene Partie gegen Hertha BSC macht die tabellarische Situation umso komplexer, denn da wartet auf Berlin und Mainz noch ein echtes Sechs-Punkte-Spiel, das gerade die Nullfünfer am besten gewinnen sollten. Neben Bayern am Samstag muss Mainz an den letzten Spieltagen zudem noch gegen Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg ran – also jene Mannschaften, die sich aktuell um die Champions-League-Plätze streiten. Cheftrainer Svensson wurde für den unter ihm vollzogenen Aufschwung gelobt, aber gegen diese Top-Teams geht es nun darum, zu zeigen, dass Mainz über sich hinauswachsen kann.

Wie gut ist Leverkusen eigentlich?

Wie schon in den Vorjahren verläuft auch diese Saison für Bayer Leverkusen in einem ständigen Auf und Ab. Das Talent der Mannschaft ist unbestritten, aber die PS auf die Straßen bekommt sie trotzdem nur selten. Den Rheinländern droht ein Jahr in der wenig prestigeträchtigen Europa Conference League oder – noch schlimmer – ganz ohne internationalen Wettbewerb. Die Partie gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend wird aufgrund der tabellarischen Situation zu einer Art Entscheidungsspiel. Verliert Bayer zu Hause gegen die Hessen, muss anschließend vor allem die Teilnahme an der Conference League abgesichert werden. Problematisch für Leverkusen ist, dass Frankfurt über jene Mittel verfügt, die der Mannschaft das Leben schwer machen. Die Hessen spielen mit viel Intensität und Tempo nach Ballgewinnen. Genau damit knackt man oftmals Leverkusen, das dazu neigt, den Ball herzuschenken.

Profitiert Köln von Herthas Zwangspause?

Der Corona-bedingte Spielausfall bereitet Hertha BSC ohnehin schon Kopfzerbrechen. Natürlich kann argumentiert werden, dass die Hauptstädter damit die Möglichkeit haben, im Abstiegskampf zeitverzögert noch Punkte einzusammeln, und gewissermaßen genau wissen, welche Ergebnisse sie erreichen müssen. Aber wie auch bei einem Elfmeterschießen ist für gewöhnlich jenes Team im Vorteil, das vorlegen kann. In diesem Fall wäre das der 1. FC Köln, der mit dem Überraschungssieg gegen RB Leipzig alle Chancen hat, doch noch ans rettende Ufer zu gelangen. Dass Friedhelm Funkel kurzerhand Jonas Hector in den Sturm beorderte, erwies sich als sehr guter Schachzug. Hector spielte schon in jungen Jahren mal Stürmer, jetzt zeigt er seine Offensivqualitäten sogar in der Bundesliga. Nun steht die Auswärtspartie bei den Augsburgern an, in der Köln vom Matchplan der letzten Wochen nicht abrücken, sondern ebenso versuchen wird, mit wenig Ballbesitz und viel Vertikalität zum Erfolg zu kommen. Allerdings verfolgt Augsburg eine ähnliche Strategie. Für Fußballfeinschmecker wird das Duell am Freitagabend wahrscheinlich nichts. Die beiden Teams nehmen den „Abstiegskampf“ wörtlich.

Kann Dortmund auch ohne Hummels ein Sechs-Punkte-Spiel gewinnen?

Da nunmehr nur noch vier Spieltage ausstehen, geht Borussia Dortmund langsam die Zeit aus, um noch an Eintracht Frankfurt oder dem VfL Wolfsburg vorbeizuziehen. Das wäre nötig, damit sich der BVB für die Champions League qualifizieren würde. Im Umfeld wird schon gemunkelt, dass es mit der Aussicht auf ein Jahr Europa League schwer werden könnte, manche Stars zu halten. Der Abstand auf Frankfurt beträgt vier, auf Wolfsburg fünf Punkte. Am Samstag wartet nun das Duell mit den Niedersachsen. Für beide Teams gilt: Verlieren verboten. Ein Problem beim BVB stellt weiterhin die Defensive dar – und zu allem Überfluss fehlt gegen Wolfsburg auch noch Abwehrchef Mats Hummels. Ob eine Innenverteidigung bestehend aus Manuel Akanji und Emre Can wirklich Torjäger Wout Weghorst über 90 Minuten in Schach halten kann, muss doch arg bezweifelt werden. Positiv für Dortmund ist hingegen die Rückkehr von Jadon Sancho, der bereits beim 2:0-Sieg gegen Union Berlin am Mittwoch wieder aufblitzen ließ, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann. Dortmund muss im wegweisenden Spiel gegen Wolfsburg wohl das Heil in der Offensive suchen.