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Europa League-Halbfinals als Duelle der offenen Rechnungen

April 29, 2021

Die Europa League steuert auf ihr Finale zu. Nur noch vier Mannschaften sind verblieben, um sich auszuspielen, wer denn im Finale ran darf. Dabei ist auch fußballerisch eine sehr hohe Qualität zu erwarten.

Eine offene Rechnung

Villarreal bekommt es mit dem FC Arsenal zu tun. Ein Duell, in dem ein Favorit nur sehr schwer auszumachen ist. Womöglich hilft den “Gunners” im Hinspiel der Heimvorteil ein wenig. Eine ganz besondere Angelegenheit werden die Spiele für Unai Emery. Der Villarreal-Trainer war bis November 2019 noch Coach bei Arsenal. Mit dem englischen Hauptstadtklub konnte er keinen großen Titel gewinnen. Unüblich für Emery, der mit Sevilla drei Mal den Europa League-Titel holte, bei Paris Saint-Germain holte er sogar sechs Trophäen einsammelte.

Nun könnte er mit Villarreal wieder einen Titel holen, doch dafür muss er seinen Ex-Klub aus dem Weg räumen. Nach der Trennung im November 2019 hat Emery ohnehin noch eine Rechnung offen mit dem FC Arsenal. Ein richtiger “Gunner” steht zudem im Villarreal-Kader: Francis Coquelin. Er wurde einst noch als vielversprechendes Talent von Arsene Wenger nach London gelotst. Zehn Jahre lang stand er bei Arsenal unter Vertrag, mehrmals wurde er verliehen, brachte es aber immerhin auf 160 Einsätze im Arsenal-Trikot. Seit 2018 ist Coquelin in Spanien unterwegs, zuerst in Valencia und seit Sommer 2020 in Villarreal. Auch spannend: Als Trainer hat Emery in zwei Spielen nicht gegen Arsenal gewonnen.

 

Wiedersehen alter Kollegen

Es war wohl einer der überragendsten Abende von Manchester United in der Champions League, als man 2007 den AS Rom in der Gruppenphase mit, sage und schreibe, 7:1 aus dem Stadion schoss. Michael Carrick und Cristiano Ronaldo erzielten jeweils einen Doppelpack, ein gewisser Ole-Gunnar Solskjaer kam als Joker und legte noch das 7:1 durch Patrice Evra auf. Seither konnte AS Roma gegen Manchester United in vier Versuchen nicht mehr gewinnen. Solskjaer wird zum allerersten Mal als Trainer auf die Römer treffen, hat aber immerhin die positiven Erfahrungen als Spieler vorzuweisen.

Auf der Gegenseite warten aber zwei Kicker, die es den “Red Devils” ganz besonders beweisen wollen. Chris Smalling und Henrikh Mkhitaryan. Beide spielen diese Saison in toller Form, sind mitverantwortlich für den Erfolgslauf in der Europa League und habe eine prägende United-Vergangenheit. Smalling spielte neun Jahre durchgehend für Manchester United, brachte es auf 323 Pflichtspiele, war unter Solskjaer aber alles andere als gesetzt und wechselte nach Rom. Mkhitaryan kam einst für über 40 Millionen Euro von Dortmund nach Manchester, führte den Verein zum Europa League-Titel, um anschließend von Jose Mourinho wenig Beachtung zu bekommen. Der Armenier spielt nun seit Sommer 2019 in Rom, spricht bereits fließend italienisch und zählt zu den absoluten Leistungsträgern der Mannschaft. 22 Scorerpunkte in 39 Spielen untermauern das.

Dass Smalling und auch Mkhitaryan eine enorme Genugtuung verspüren würden, könnte man United aus dem Bewerb werfen, steht außer Frage. Der Abschied war für beide Routiniers nicht der allerschönste, nun können sie am Platz zeigen, dass die Ausbootungen Fehler des Vereins waren.