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Götze, Waldschmidt und Co.: Welche deutschen Legionäre die Europa League aufmischen

Oktober 29, 2020November 5th, 2020

Diese Woche steigt der zweite Spieltag der neuen Europa League-Saison. Der amtierende Sieger FC Sevilla spielt vorerst in der Champions League – die Bühne ist frei für einen neuen Triumphator. Neben Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim sind auch einige deutsche Legionäre im Einsatz. Wir stellen euch die Akteure am internationalen Parkett vor.

Arsenal: Bernd Leno, Shkodran Mustafi und Mesut Özil

Während Keeper Bernd Leno bei Arsenal London weiter gesetzt ist, wurde Mesut Özil aus dem Kader gestrichen – und zwar mindestens bis Jänner. Denn Coach Mikel Arteta nominierte den deutschen Routinier weder in den Kader für die Premier League noch in den der Europa League. Özil hat bereits seit einiger Zeit einen schweren Stand bei den Gunners, den letzten Einsatz verbuchte er im März. Sein Vertrag läuft noch bis zum Ende der Saison. Shkodran Mustafi muss noch auf seinen ersten Saisoneinsatz warten – der Innenverteidiger unterzog sich im Juli einem Eingriff am rechten Oberschenkel und befindet sich noch in der Rehabilitation. Im Auftaktmatch sicherten sich die Londoner mit einem 2:1-Sieg drei umkämpfte Punkte bei Rapid Wien. Die weiteren Gegner in Gruppe B sind Dundalk und Molde FK.

Benfica Lissabon: Julian Weigl und Luca Waldschmidt

15 Millionen Euro überwies Benfica Lissabon im Sommer an den SC Freiburg, um Luca Waldschmidt zu verpflichten. Sechs Spiele machte der 24-Jährige seither für die Portugiesen – und traf dabei vier Mal. Für den Nationalteamspieler scheint es an der Atlantikküste gut zu laufen. In der Europa League will der Stürmer für Furore sorgen – Benfica, in der Champions League-Qualifikation an PAOK Saloniki gescheitert, trifft in Gruppe D auf Lech Posen, die Glasgow Rangers und Standard Lüttich. Für Julian Weigl läuft es derzeit nicht ganz nach Wunsch – der Ex-Dortmunder kam zwar in allen sechs Saisonspielen der Liga NOS zum Einsatz, jedoch jedes Mal als Einwechselspieler von der Bank. In der ersten Partie in der Europa League konnte Benfica drei Punkte von Lech Posen entführen.

PSV Eindhoven: Mario Götze, Timo Baumgartl, Philipp Max, Lars Unnerstall, Vincent Müller und Adrian Fein

PSV Eindhoven wandelte sich in den vergangenen Jahren zur Deutschland-Hochburg. Gleich sechs Spieler stehen bei den Niederländern unter Vertrag. Der wohl bekannteste Transfer heißt Mario Götze – der Mann, der Deutschland 2014 zum WM-Titel schoss, bekam in Dortmund keinen Vertrag mehr und unterschrieb nach einer mehrwöchigen Vereinssuche für zwei Jahre in Eindhoven. Mit seinem Treffer beim 3:0-Erfolg gegen PEC Zwolle gelang ihm gleich ein Einstand nach Maß. In der ersten Runde der Gruppenphase legte Götze nach, machte den Führungstreffer gegen Granada. Dennoch mussten sich die Niederländer mit 1:2 geschlagen geben. Mit ihm in der Startelf standen Philipp Max und Timo Baumgartl, der seit Juli 2019 für PSV seine Schuhe schnürt. Max kam Anfang September für schlappe acht Millionen Euro, brachte es in sechs Einsätzen bereits auf vier Assists und einen Treffer. Der Ex-Schalker Lars Unnerstall steht seit 2018 beim UEFA-Pokal-Sieger von 1978 unter Vertrag, wurde allerdings als Einsergoalie abgelöst. Yvon Mvogo, Leihspieler von RB Leipzig, hütet nun den Kasten. Mit Adrian Fein holte man einen zweiten Bundesliga-Spieler via Leihe in die Niederlande. Der 21-jährige Mittelfeldspieler wechselte erst in diesem Sommer vom Hamburger SV zum FC Bayern München, wurde aber prompt weiterverleihen, um Spielpraxis zu sammeln. In der Gruppenphase muss PSV neben Granada auch gegen Omonia Nikosia und PAOK Saloniki ran.

SSC Napoli: Diego Demme

Diego Demme war im Januar von RB Leipzig zur SSC Neapel gewechselt und spielte sich sofort in die Stammelf. Der Halbitaliener kam in der vergangenen Spielzeit auf insgesamt 29 Partien für die Neapolitaner und konnte zudem zwei Treffer bejubeln. Doch so gut wie es klingt, war es doch nicht. Denn die Erwartungen, die Gennaro Gattuso in seinen neuen Mittelfeldmotor setzte, konnte der 28-Jährige nur zum Teil erfüllen. Speziell die Leistungen in der Champions League standen in der Kritik. Sogar ein Wiederverkauf stand im Raum. Doch der kleine Rechtsfuß fühlt sich laut eigenen Angaben wohl und will sich durchbeißen – auch wenn Napoli heuer auf die Champions League verzichten muss, kann dies die große Chance für Demme am internationalen Parkett sein – vielleicht sogar mit einem Titel als Krönung. Gegen AZ Alkmaar kam Demme von der Bank, die überraschende 0:1-Niederlage konnte er jedoch nicht verhindern. Gegen Real Sociedad und HNK Rijeka müssen Siege her, will man in die nächste Runde einziehen.

Sivasspor: Robin Yalci

Robin Yalcin – ein Name, den nur echte Experten in Deutschland kennen – oder Stuttgarter. Der ehemalige Jugend-Nationalteamspieler wurde beim VfB groß, den Durchbruch schaffte der 26-Jährige allerdings in der Türkei. 2015 kam der Wechsel zu Rizespor in die Süper Lig. Bis 2019 lief der defensive Mittelfeldspieler 113 Mal für Caykur Rizespor auf und verbuchte sieben Tore sowie drei Assists. Nach einem Jahr bei Yeni Malatyaspor unterschrieb Yalcin in diesem Sommer bei Sivasspor. Der Verein aus der türkischen Stadt Sivas tritt nach Platz vier in der vergangenen Saison erstmals bei einer Gruppenphase im Europacup an, auch für Yalcin ist es die erste Teilnahme im internationalen Geschäft. In Gruppe I traf man am vergangenen Spieltag bereits auf den FC Villareal, nach einem packenden 5:3 gingen die Spanier als Sieger vom Platz. Yalcin konnte seinen ersten Assist in einem internationalen Bewerb verbuchen. Nun warten Maccabi Tel Aviv und Qarabağ Ağdam.

LASK: Johannes Eggestein

Kurz vor dem Ende der Transferphase wechselte Johannes Eggestein auf Leihbasis zum Linzer ASK in die österreichische Bundesliga. Der 22-Jährige kam bei Werder Bremen in der vergangenen Saison zu 15 Einsätzen und stand gerade einmal vier Mal in der Startelf – dieser Umstand soll den Offensivmann zum Wechsel bewegt haben. Der deutsche Junioren-Nationalteamspieler soll somit beim oberösterreichischen Klub Spielpraxis sammeln und sich für weitere Aufgaben bei den Bremern empfehlen. Seinen ersten Treffer für die Linzer erzielte Eggestein bereits im ÖFB-Cup gegen den SV Wörgl. Der LASK nimmt zum zweiten Mal in Folge an der Gruppenphase der Europa League teil, konnte letztes Jahr sogar bis ins Achtelfinale vorstoßen. Die Linzer überraschten in Gruppe D und setzten sich gegen Sporting Lissabon, PSV Eindhoven und Rosenborg Trondheim als Gruppensieger durch. In der ersten K.O.-Runde musste man sich gegen Manchester United geschlagen geben.
Heuer wartete gleich im ersten Spiel die wohl härteste Aufgabe für das Team von Dominik Thalhammer – auswärts gegen Tottenham Hotspur. Die Londoner setzten sich schlussendlich klar mit 3:0 durch und ließen dem LASK keine Chance, Eggestein wurde zur Pause eingewechselt. Ludogorez Rasgrad und Royal Antwerpen sind die weiteren Gegner in Gruppe J.

KAA Gent: Tim Kleindienst, Niklas Dorsch

In Runde eins der diesjährigen Europa League setzte es für KAA Gent eine bittere 0:1-Niederlage bei Slovan Liberec. In der Startelf stand der Ex-Heidenheimer Tim Kleindienst. Der Stürmer wechselte im Juli nach Belgien, seither kam er in elf Spielen zum Einsatz, zwei Treffer konnte der 25-Jährige verbuchen. Seine Position beim belgischen Vizemeister variiert von Spiel zu Spiel – Mal spielt er als Rechtsaußen, Mal als Mittelstürmer oder hängende Spitze. Ein weiterer Mann, der vor einigen Monaten noch beim 1. FC Heidenheim unter Vertrag stand und nun für Gent seine Schuhe schnürt, ist Niklas Dorsch. Der defensive Mittelfeldspieler kam wie Kleindienst bereits auf elf Einsätze, gegen Slovan Liberec musste er hingegen über 90 Minuten zusehen. Auf die beiden Deutschen warten nach dem dreifachen tschechischen Meister außerdem die TSG Hoffenheim und Roter Stern Belgrad. Nach der Auftaktniederlage rückte ein Weiterkommen definitiv in weite Ferne.

Young Boys Bern: Gianluca Gaudino

Mit zarten 17 Jahren gab Gianluca sein Profi-Debüt beim FC Bayern, als dieser eine bitter 0:2-Niederlage im DFL-Supercup hinnehmen musste. Insgesamt spielte der Mittelfeldspieler elf Mal für die erste Mannschaft des deutschen Rekordmeisters. Den Durchbruch sollte er bei den Münchner allerdings nicht schaffen. 2017 kam der Wechsel in die Serie A zu Chievo Verona, jedoch sollte sich der Wechsel als Fehler herausstellen. Gaudino kam nur drei Mal für die Italiener zum Einsatz, nach der Saison wurde der Vertrag einvernehmlich aufgelöst. Nachdem er ein halbes Jahr bei der U23-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach mittrainierte, unterschrieb der heute 23-Jährige bei den Young Boys Bern. Dort sollte er sein Glück finden. Insgesamt 51 Mal spielte er bereits für den Schweizer Hauptstadtklub, erzielte sechs Treffer und legte zwölf weitere auf. Zudem darf er sich bereits zweifacher Schweizer Meister nennen. Auch in der Europa League kam er in der vergangenen Saison schon zum Einsatz. Beim Auftakt der aktuellen Europacup-Spielzeit kam Gaudino nach 81 Minuten von der Bank, konnte die 1:2-Heimniederlage aber nicht mehr verhindern. Neben den Römern warten in Gruppe A noch CFR Cluj und ZSKA Sofia.

Feyenoord Rotterdam: Christian Conteh

Der Name von Christian Conteh ist nicht unbedingt einer der bekanntesten. Der aus Hamburg stammende Linksaußen durchlief diverse Auswahlen beim FC St. Pauli und schaffte im Sommer den Sprung zu Feyenoord Rotterdam. Auf seinen ersten Einsatz muss der 21-Jährige noch warten, bisher stand er drei Mal im Kader. So auch beim Europa-League-Auftakt gegen Dinamo Zagreb. In der kroatischen Hauptstadt holten die Niederländer einen Punkt. Am zweiten Spieltag ist der Wolfsberger AC zu Gast, ZSKA Moskau komplettiert Gruppe K.