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Greift Frankfurt in das Titelrennen ein? Treffen Haaland und Kalajdzic weiter am Fließband? Endet der Rose-Fluch? Und wer kann sich im Abstiegskampf einen Vorteil verschaffen?

März 12, 2021

Nach spannenden (oder auch nicht so spannenden) Duellen unter der Woche in der Champions League wartet wieder der Liga-Alltag. Und dieser serviert am Wochenende nicht nur Leipzig gegen Frankfurt. Sasa Kalajdzic steht vor einem Rekord, im Abstiegskampf wird es ausgenommen von Schalke von Spieltag zu Spieltag enger. Wir stellen die wichtigsten Fragen zum 25. Spieltag.

Schießt Haaland die Borussia auch in der Liga wieder in Form?

Unter der Woche gab es gegen den FC Sevilla wieder eine Haaland-Show. Der 20-jährige Stürmer erzielte zum vierten Mal in Folge einen Doppelpack in der Champions League. Trotz vier Gegentoren, die der BVB in zwei Spielen gegen den Europa-League-Rekordsieger kassierte, konnte man so in die nächste Runde aufsteigen. In der Liga läuft es für die Dortmunder nicht so nach Wunsch. Derzeit liegt das Team von Edin Terzic nur auf Rang sechs. Erling Haaland ist dies nicht anzukreiden – in 19 Ligaeinsätzen in dieser Saison netzte er ebenso oft. In den jüngsten vier Partien traf er insgesamt fünf Mal. Zwei Treffer gelangen dem jungen Norweger gegen den FC Bayern, dennoch musste man sich schlussendlich mit 2:4 geschlagen geben. Die Defizite des BVB sind definitiv in der Defensive zu suchen. Haaland wird wohl weiter am Fließband treffen, die Frage scheint jedoch immer, kann Haaland mehr Tore erzielen als man sich hinten einfängt? Wenn sich die Defensive festigt, schießt der Stürmerstar den BVB wieder in die Champions League.

 

Greift Eintracht Frankfurt ins Titelrennen ein?

Es waren bittere Momente, die RB Leipzig am Mittwoch erlebte. Gegen den schwer in der Krise steckende FC Liverpool hatte man nicht den Hauch einer Chance. Zwei Mal ging man mit 0:2 unter und musste froh sein, nicht weit mehr Gegentreffer zu kassieren. In der Bundesliga wurde der Titelkampf zuletzt wieder spannend und mittendrin – RB Leipzig. Nur zwei Punkte liegt man hinter Rekordmeister Bayern München. Eine Mannschaft, die für Spannung im Titelrennen sorgen konnte, war Eintracht Frankfurt. Genau diese Frankfurter kommen am kommenden Sonntag zum Team von Julian Nagelsmann. Auch wenn die Eintracht nach einer starken Serie zuletzt nur einen Punkt aus zwei Partien holen konnte, bleiben sie brandgefährlich. Eine Statistik, die RB etwas in die Karten spielt: In neun Aufeinandertreffen in der Bundesliga gewann noch nie das Auswärtsteam. Nichtsdestotrotz muss das CL-Aus erst verdaut werden. Gegenüber dem internationalen Auftritt muss man sich gehörig steigern, um weiter den Kampf um die Spitze anzuheizen.

 

Knackt Sasa Kalajdzic den Rekord von Fredi Bobic?

Wer hätte das gedacht: Mit drei Toren in drei Partien startete Sasa Kalajdzic in die Saison. Dann flachten die Leistungen ab. In 14 Spielen gelangen nur zwei Treffer, einmal musste er mangels Form über 90 Minuten zusehen. Doch seit Ende Jänner läuft es wie am Schnürchen. Sechs Spiele in Folge steuerte der 23-Jährige, dessen Marktwert sich seit April 2020 mehr als verdreifacht hat, mindestens ein Tor bei. Zuletzt sorgte der österreichische Stürmer für die Führung gegen Frankfurt, schlussendlich endete die Partie mit 1:1. Nun kann Kalajdzic einen Rekord einstellen, der seit 25 Jahren hält. In der Saison 1995/96 schaffte es Fredi Bobic, sieben Spiele in Folge zu treffen. Diese Marke kann Kalajdzic am Sonntag einstellen. Sollten die Flanken wie zuletzt in Richtung des 2-Meter-Manns fliegen, stehen die Chancen gut.

 

Ist der Rose-Fluch von Mönchengladbach nun endlich vorbei?

In Mönchengladbach läuft es nicht. Rund um die Bekanntgabe von Marco Roses Abschied zu Saisonende ging alles schief. Doch die Gladbacher stehen nicht nur wegen der Situation um den scheidenden Trainer mächtig unter Druck. Mehr als die derzeitigen fünf Pflichtspielniederlagen seit der Bekanntgabe von Roses Wechsels zu Borussia Dortmund gab es zuletzt im Sommer 2015: Damals packte Borussias Trainer Lucien Favre nach der sechsten Pflichtspielniederlage seinen Koffer und trat zurück. Im darauffolgenden Spiel gab es dann den ersten Sieg – gegen den FC Augsburg (4:2). Zumindest in der Offensive könnte gegen Augsburg wieder mehr Wucht als zuletzt beim 0:1 gegen Leverkusen erwartet werden, denn Hoffnung auf Besserung verbreiten die Rückkehrer Jonas Hofmann und Lars Stindl. Hofmann war nach muskulären Problemen unter der Woche wieder im Training, Stindl kehrt nach Gelbsperre ins Team zurück. Für die Augsburger, die noch einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsränge haben, könnte es nach zuletzt nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Spielen noch einmal eng werden. Vor allem daheim ließ der FCA bei nur einem Sieg aus den vergangenen zehn Heimspielen die Punkte liegen.

 

Wer verschafft sich in den Fernduellen einen Vorteil im Abstiegskampf?

Abgesehen von Schalke 04, deren Abschied aus der Bundesliga von Woche zu Woche konkreter wird, matchen sich besonders vier Mannschaften im Tabellenkeller. Neben Mainz 05 gehören Arminia Bielefeld, Hertha BSC und der 1. FC Köln dazu. Die Mainzer empfangen am Samstag den SC Freiburg. Für die Elf von Christian Streich ging es in den letzten Wochen auf und ab – in den letzten zehn Partien gab es vier Niederlagen, vier Siege und zwei Unentschieden, nicht einmal wiederholte sich ein Ergebnis in dieser Zeit. Mainz könnte von dieser Inkonstanz profitieren. Das letzte Duell der beiden ging mit 3:1 an Mainz. Aufsteiger Arminia Bielefeld muss am Sonntag nach Leverkusen. Die Bielefelder warten seit sieben Spielen auf einen Sieg, Leverkusen konnte zuletzt gegen Gladbach drei Punkte einfahren. Die Arminia wartet zudem seit 2008 auf einen Sieg gegen die Werkself. Die Enttäuschung der Saison, Hertha BSC, ist bei Borussia Dortmund zu Gast. Kaum vorstellbar, dass die Millionentruppe aus der Hauptstadt eine Chance hat, gegen den BVB zu bestehen, auch wenn es zuletzt gegen Augsburg zum ersten Mal nach neun Spieltagen wieder drei Punkte gab. Zu guter Letzt meldete sich auch Köln wieder für den Abstiegskampf, nachdem man aus den vergangenen vier Runden nur einen Punkt holen konnte. Am Samstag kommt Union Berlin in die Karnevals-Hauptstadt. Unter Urs Fischer haben die Eisernen noch nie gegen Köln verloren, zuletzt gab es sogar vier Siege in Folge. Keiner dieser vier Kandidaten hat gute Aussichten, am Wochenende groß zu punkten. Sollte es doch einem Team gelingen, könnten das sehr wertvolle Punkte im Kampf um den Bundesliga-Verbleib sein.