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Nachholpartien: Hertha BSC kämpft um den Klassenerhalt

Mai 4, 2021

Die chaotische Saison des Hauptstadtclubs Hertha BSC scheint passenderweise ein chaotisches Ende zu nehmen. Aufgrund von Corona-bedingten Spielausfällen müssen die Berliner nun im Abstiegskampf noch einige Nachholpartien austragen. Die erste gibt es am Montagabend bei Mainz 05.

Dass Hertha BSC eine schwache Bundesliga-Saison abliefert, ist unbestritten. Die Berliner haben es trotz hoher Investitionen in den Kader nicht geschafft, sich wenigstens im Tabellenmittelfeld festzusetzen. Stattdessen droht im schlimmsten Fall nun sogar der Gang in die zweite Liga. Zu allem Überfluss muss Hertha nun noch Nachholspiele bestreiten, weil die Corona-Infektionen die Absage einiger Partien erzwangen.

Am Montag geht es zunächst auswärts gegen Mainz 05, am Donnerstag dann zu Hause gegen den SC Freiburg. Gerade die Partie in Mainz ist ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel für die Herthaner. Die Nullfünfer spielen eine sehr gute Rückrunde unter Cheftrainer Bo Svensson und es wirkt nicht unwahrscheinlich, dass sie mit ihrem aggressiven Pressingsystem den Hauptstädtern ein Bein stellen könnten. Der Druck ist in jedem Fall groß für die Berliner.

Spielplan als Fluch oder Segen?

Genau an diese Drucksituation sollten sie sich ohnehin gewöhnen, denn es war bei weitem nicht das letzte direkte Duell mit einem Abstiegskonkurrenten in den anstehenden Wochen der Entscheidung. Seit der Amtsübernahme von Trainer Pál Dárdai Mitte Januar hat Hertha fünf Spiele verloren – alle gegen die Top-5-Teams der Liga. Hinzu kamen Remis gegen die ambitionierten Mittelfeldteams Mönchengladbach, Stuttgart und Union Berlin sowie Siege gegen Leverkusen und Augsburg.

Schon allein aufgrund des Spielplans lässt sich noch nicht genau sagen, wie Hertha nun in den kommenden Abstiegsduellen abschneiden wird. Die schwersten Gegner konnte die Mannschaft schon hinter sich lassen, dadurch müsste es ja eigentlich nun leichter werden, oder? So einfach ist die Rechnung nicht. Hertha profitiert davon, wenn es das Spiel nicht selbst gestalten muss, sondern vornehmlich kontern kann. Das funktionierte etwa gegen Leverkusen oder Union ganz gut.

Zwangspause als Vorteil?

Gegen Mainz, Bielefeld oder Köln, auf die die Hertha allesamt noch trifft, ist die Konstellation eine andere. Denn in diesen Partien kollidieren jeweils zwei konterorientierte Teams. Sollte sich Hertha dazu verleiten lassen, selbst mehr fürs Spiel zu machen, könnte sich die Anfälligkeit im eigenen Spielaufbau einmal mehr negativ auswirken. Letztlich ist Bruno Labbadia auch daran gescheitert, ein vernünftiges Ballbesitzspiel zu etablieren.

Wenngleich die Corona-bedingte Zwangspause alles andere als vorteilhaft für Hertha war, so hatte Dárdai wenigstens verhältnismäßig mehr Zeit für Analysen und die Vorbereitung der nächsten Partien. Eventuell haben sich die Berliner etwas für Mainz und Freiburg in dieser Woche überlegt. Sollte Hertha allerdings aus diesen zwei Nachholpartien ohne Punkte herauskommen und weiterhin auf Platz 17 stehen, so wird die Lage in der Hauptstadt nochmal um einiges angespannter sein.