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Im Sommer wird Jesse Marsch Leipzig-Coach, aktuell kämpft er in Österreich um das Double

April 29, 2021

Am Samstag steigt in Österreich das ÖFB-Cup-Finale. Titelverteidiger Red Bull Salzburg mit Noch-Trainer Jesse Marsch gilt als klarer Favorit.

Das Trainerkarussell dreht sich dieser Tage in der deutschen Bundesliga. Jüngstes Beispiel: Durch den Wechsel von Julian Nagelsmann von RB Leipzig zu Bayern München waren die Bullen auf der Suche nach einem neuen Übungsleiter – und wurden nicht in Deutschland, sondern einmal mehr in Salzburg fündig. Beim Bruderklub aus Österreich werkt seit Sommer 2019 ein Mann, der sich in Leipzig bereits bestens auskennt: Jesse Marsch. Der US-Amerikaner war in Leipzig Assistent unter Ralf Rangnick und wechselte unmittelbar nach Amtsantritt von Nagelsmann bei den Bullen in die österreichische Bundesliga.

„Wirklich alles dafür tun“

Dort holte der 47-jährige Ex-Teamspieler im Vorjahr das Double – und ist auf dem besten Weg dazu, den Erfolg heuer zu bestätigen. „Meine fernere berufliche Zukunft als Trainer ist geklärt. Aber jetzt gilt mein ganzer Fokus zu 100 Prozent den letzten drei Wochen mit dem FC Red Bull Salzburg“, sagt er. „Und dabei werde ich unseren großen Zielen – der Titelverteidigung in Cup und Meisterschaft – alles unterordnen und wirklich alles dafür tun.“ In der Meisterschaft führt Marsch mit Salzburg die Tabelle vor Rekordmeister Rapid Wien an – sechs Punkte Vorsprung hat sein Team bei noch vier zu spielenden Runden. Es sieht alles danach aus, dass sich die Mozartstädter den achten Titel in Folge sichern.

Ligakrösus wieder außer Reichweite

Dieses Wochenende steht außerdem das Cupfinale auf dem Programm, in dem Salzburg ebenfalls als Titelverteidiger um den Pott kämpft. Mit dem LASK empfangen die Mozartstädter dabei jene Mannschaft, die gerade in den vergangenen beiden Spielzeiten als einziges Team ernsthaft die Vorherrschaft des Ligakrösus infrage stellen konnte. Doch für die Linzer läuft es diese Saison nicht nach Wunsch, in der Liga musste man die Rolle des ersten Bullenverfolgers in den vergangenen Wochen Rapid überlassen und in der Meisterschaft konnte man in den letzten vier Spielen nicht gewinnen.

Historische Chance

Auch die direkten Duelle zwischen Salzburg und dem LASK sprechen nicht unbedingt für die Oberösterreicher: Die letzten fünf Begegnungen gingen allesamt an die Marsch-Truppe, den letzten Sieg feierten die Linzer im Februar 2020, als man auswärts mit 3:2 die Oberhand behielt und noch Valerien Ismael auf der Trainerbank Platz nahm. Ein Sieg für den LASK wäre im Übrigen ein mehr als historischer Erfolg. Der Verein hatte im Jahr 1965 den Cup geholt. Damals wurde man auch Meister und holte sich als erster Nicht-Wiener Verein überhaupt den österreichischen Titel. Warum die Linzer nur Außenseiter sind, macht aber nicht zuletzt die Siegerliste im ÖFB-Cup deutlich: Seit 2012 schafften es nur zwei Teams, Salzburg den Pokalbewerb streitig zu machen, zuletzt verlor der Seriendoublegewinner 2018 gegen Sturm Graz.