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Kein Celtic, keine Rangers: Underdogs im schottischen Cup-Finale

Mai 19, 2021

Wenn am Samstag das schottische FA Cup-Finale steigt, ist klar: Ein Underdog wird gewinnen. Die Großen sind vorzeitig ausgeschieden, Hibernians und St. Johnstone kämpfen um den vierten beziehungsweise zweiten Cupsieg.

In der schottischen Premier League waren die Rangers das Maß der Dinge. Sagenhafte 102 Punkte sammelte das Team von Liverpool-Legende Steven Gerrard. Und gleichzeitig 25 Punkte Vorsprung auf den Zweiten Celtic.

Doch im schottischen FA-Cup spielen die beiden Glasgower Großklubs keine Rolle mehr. Hier geben die Kleinen den Ton an. Schon das Halbfinale war ohne die Giganten über die Bühne gegangen, die Rangers hatten sich eine Runde zuvor gegen Finalist St. Johnstone verabschiedet. Celtic flog den Erzrivalen im Achtelfinale aus dem Bewerb.

Kurios: Auch im League Cup schafften es weder die Rangers noch Celtic ins Halbfinale. Den Titel holte St. Johnstone – zum ersten Mal überhaupt. Der Klubs aus der traditionsreichen Stadt Perth könnte heuer gar das Double holen und nach 2014 zum zweiten Mal Pokalsieger werden.

Gegner im Endspiel: Die Hibernians aus Edinburgh, immerhin Dritter der abgelaufenen Saison. Drei Pokalsiege konnten die Hibs schon einfahren, den letzten 2016.

In der Liga trafen die beiden Klubs in dieser Saison bereits vier Mal aufeinander. Im ersten Duell setzten sich die Hibs durch, es folgte ein Remis und danach zwei Siege für St. Johnstone. Und auch im League Cup gab es das Duell. Auch hier setzte sich St. Johnstone durch – 3:0 im Halbfinale.

Geht es nach den bisherigen Ergebnissen, ist das Team aus Perth im Finale der Favorit. Auch weil das Team von Callum Davidson, der immerhin 49 Spiele als Aktiver für St. Johnstone bestritt, seit Ende Februar von 14 Spielen nur zwei verlor.

Aber auch die Hibernians sind gut in Form. In den letzten 14 Spielen gab es auch nur drei Niederlagen – zwei davon allerdings gegen den nunmehrigen Finalgegner St. Johnstone.

Bei den Hibernians stechen drei Spieler heraus – das Angreifer-Trio Kevin Nisbet (18 Tore in allen Bewerben), Martin Boyle (15) und Christian Doidge (12). Dazu bereiteten die drei gesamt 24 Tore vor. St. Johnstone kann nicht auf so treffsichere Spieler zählen. Torgefährlichster Mann ist Stürmer Stevie May mit gerade einmal zehn Treffern. Der 28-Jährige wurde in Perth geboren, wurde in der Jugend von St. Johnstone ausgebildet und kehrte nach einige Jahren „Wanderschaft“ 2019 wieder zu seinem Heimatklub zurück.

Egal wer das Finale letztlich gewinnt, eine historisch einmalige Serie wird zu Ende gehen. Denn nach dem Pokalsieg der Hibernians 2016 holte Celtic zuletzt vier Mal in Folge Titel, das war zuvor noch keinem Klub gelungen. Und die Geschichte des schottischen FA-Cups ist lange, erstmals wurde er bereits 1874 ausgetragen!