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La Liga: Für Atletico Madrid ist der FC Barcelona ein Angstgegner – und doch spricht vorm Gipfeltreffen am 10. Spieltag viel für den Hauptstadtklub

November 22, 2020

Es ist ein Gipfeltreffen, auch wenn es die aktuelle Tabelle der Primera Division nicht beweist: Wenn Atletico Madrid am Sonntag den FC Barcelona zum Spitzenspiel empfängt, spricht einiges dafür, dass die Madrilenen eine Unserie beenden können.

Zehn Jahre ohne Sieg

Wir schreiben den 14. Februar 2010. Ein Tor von Zlatan Ibrahimovic für den FC Barcelona ist zu wenig, durch Treffer von Diego Forlan und Simao setzt sich Atletico Madrid im Heimspiel des 22. Spieltags der La Liga-Saison 2009/10 gegen Barca durch. Warum wir uns an ein Spiel von vor über zehn Jahren erinnern? Es war der letzte volle Ligaerfolg der Madrilenen gegen Messi und Co.

Seitdem gab es in 20 Spielen nur sechs Unentschieden zu holen – bei 14 Niederlagen. Dass das Team von Simeone gegen Barcelona gewinnen kann, bewies es aber erst Anfang des Jahres, als man sich im Halbfinale des spanischen Supercups durch Tore von Koke, Alvaro Morata und Angel Correa mit 3:2 durchsetzte. Treffer von Lionel Messi und Ex-Atletico-Superstar Antoine Griezmann waren zu wenig.

Kein Duell der Superstars in neuen Farben

Apropos Griezmann. Um den ehemaligen Madrilenen gab es unlängst Gerüchte, er könne zu seinem Ex-Klub zurückkehren. „Griezmann war ein Transfer, der nicht hätte erfolgen dürfen“, sagte Victor Front, einer der Kandidaten im aktuell laufenden Wahlkampf um das Präsidentenamt bei Barca. Und ein anderer Präsident, Enrique Cerezo, seines Zeichens an der Spitze von Atleti, ließ mit folgendem Zitat aufhorchen: „Das Leben nimmt viele Wendungen. Es gibt einige, die gegangen und danach zurückgekehrt sind.“ Fest steht, dass Griezmann bei Barcelona diesen Herbst seiner Form hinterherläuft und überhaupt seit seinem Wechsel im Sommer 2019 nie richtig überzeugen konnte.

Ganz anders als Luis Suarez. Der Stürmer aus Uruguay, der sich im Sommer nach dem großen Ausmisten von Neo-Barca-Coach Ronald Koeman dem Hauptstadtklub anschloss, traf in sechs Ligaspielen fünfmal. Wer sich nun auf das große Duell der Superstars in neuen Farben freut, dem macht – wie so oft dieser Tage – der Coronavirus einen Strich durch die Rechnung. Suarez befindet sich nach einem positiven Test in Isolation in seiner Heimat Uruguay.

Ein Jungstar als Argument für Atletico

Doch auch ohne den Superstar an vorderster Front ist Atletico vor der Partie gegen Barcelona leichter Favorit. Eigentlich ist die Tabelle der La Liga nicht besonders aussagekräftig aktuell, doch rechnet man nach Verlustpunkten, ist Ateltico drei Punkte vor dem heurigen Überraschungsteam Real Sociedad Tabellenführer. Der FC Barcelona hingegen hat bereits viermal Punkte abgegeben (3 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen). Mit Ausnahme der 0:4-Schlappe in der Champions League bei den Bayern, ist Atleti heuer sogar noch ungeschlagen, in La Liga erhielt man ohnehin erst zwei Gegentore und gewann die vier letzten Spiele in Folge. Und während Barcelona-Superstar Lionel Messi dieser Tage wieder einmal negativ auf sich aufmerksam macht – „Ich habe es satt, immer das Problem von allem zu sein“ – ist die tragende Figur des Atletico-Spiels in Hochform: Der 21-jährige portugiesische Jungstar Joao Felix hat heuer bewerbsübergreifend schon siebenmal getroffen und sorgte in der Liga in den vergangenen beiden Spielen jeweils für einen Doppelpack.