BundesligaFussball

Leverkusen ist Bayerns letzte Hürde auf dem Weg zum Titel

März 6, 2020März 12th, 2021

Sie scheinen es wieder zu schaffen. Der FC Bayern München steht in der Fußball-Bundesliga kurz vor seinem achten (!) Titelgewinn in Folge. Sieben Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund sind fünf Spiele vor Schluss sehr komfortabel. Abzusehen war das in dieser Saison lange nicht. Bis zum Trainerwechsel von Niko Kovac zu Hansi Flick lief der Rekordmeister nur hinterher. Im Herbst 2019 mit einigen Krisen und Problemen hätte wohl niemand vorausgesagt, dass die Münchner fünf Spiele vor Saisonende so deutlich die Tabelle anführen.

Mit Bayer Leverkusen muss die Elf von Hansi Flick am Wochenende aber noch einen Brocken wegräumen. Gewinnen die Bayern auch in Leverkusen, braucht es in den verbleibenden vier Spielen ein Fußballwunder, um die Roten noch abzufangen. Doch Bayern sollte gewarnt sein vor der Werkself. Und das nicht nur, weil es im Hinspiel in der Hinrunde die erste Niederlage unter dem neuen Coach Hansi Flick setzte.

Leverkusen hat einiges, um Bayern weh zu tun. Schnelle und spielstarke Außen wie Leon Baily, Moussa Diaby, Nadiem Amiri oder Youngster Florian Wirtz, die gegen die zuletzt starke, aber häufiger etwas weit aufgerückten Außenverteidiger der Bayern für Gefahr sorgen können. Oder zweikampfstarke zentrale Mittelfeldspieler wie Charles Aranguiz oder Kerem Demirbay, die es mit Joshua Kimmich und dem wohl genesenen Thiago aufnehmen können. Vor allem aber ist da einer, der nach dem Restart der Bundesliga alle überragt: Kai Havertz. Der 20-Jährige dominiert in neuer Rolle im Angriffszentrum und traf fünf Mal in den letzten vier Spielen. Sein Spiel ist technisch brillant, torgefährlich und immer wieder mit Überraschungsmomenten gespickt. Seine Ballbehandlung und Ballsicherheit ist für einen 1.89-Mann herausragend. Wenn er es noch schafft, die Phase in seinem Spiel abzulegen, in denen er genervt von sich und seiner Mannschaft wirkt und dadurch manchmal die Linie verliert, wird er kaum zu stoppen sein. 11 Tore, 5 Assists, 2 Torschüsse pro Spiel, 2 Torschussvorlagen pro Spiel, 2 erfolgreiche Dribblings pro Spiel. Kaum ein Offensivspieler der Liga ist so variabel und hilft seiner Mannschaft auf so unterschiedliche Arten. Havertz kann eine Ära im deutschen Fußball prägen.

Die Bayern würden Havertz gern haben. Das ist kein Geheimnis. Wie realistisch das ist, ist derzeit jedoch fraglich. Havertz wäre mit Sicherheit der teuerste Transfer, den die Bayern je getätigt haben. Gleichzeitig ist der Bedarf auf dem Flügel derzeit etwas größer als im Zentrum. Auch deshalb dürfte Leroy Sané die Prio A für die Münchner sein. Zwei solche Mega-Transfers im Sommer sind gerade im Anbetracht der unklaren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wohl selbst für den FC Bayern nur schwer vorstellbar. Auch deshalb ist Havertz, der in Leverkusen noch einen Vertrag bis 2022 besitzt, eines der spannendsten Themen des anstehenden Transfersommers.

Doch das ist Zukunftsmusik. Am Samstagnachmittag geht es um das Hier und Jetzt. Bayer, das sein bisher einziges Heimspiel nach dem Restart gegen Wolfsburg verlor, will seinen Platz in der Champions League verteidigen. Und die Bayern, die nur eines der letzten fünf Bundesliga-Spiele in Leverkusen gewinnen konnten, wollen den wohl entscheidenden Schritt Richtung Titel gehen. Auch wenn vieles nach dem achten Meistertitel in Folge aussieht: Am Samstag ist noch einmal richtig Spannung vorprogrammiert.