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Play-off-Endspiele: Der Kampf um die vier letzten Plätze bei der EM 2021 wird endlich entschieden und verspricht Spannung

November 12, 2020

Die Europameisterschaft wurde bekanntlich vom Jahr 2020 in das Jahr 2021 verschoben. Die Qualifikation ist zwar bereits abgeschlossen, aber über das Play-off werden nun noch vier Plätze für die Endrunde vergeben. Wer ist Favorit?

Insgesamt vier Duelle stehen noch an, die sich aus den Resultaten der ersten Auflage der UEFA Nations League ergeben. Ermittelt wird der EM-Teilnehmer in einem direkten Duell ohne Rückspiel. Das heißt eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen sind möglich.

Überraschungsteam auf dem Weg zur ersten EM-Teilnahme

Die größte Überraschung bei der EM 2021 wird wohl jenes Team sein, das sich im Play-off der Liga D durchsetzt. Hier trifft Nordmazedonien auf Georgien. Die Kaukasusrepublik hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Nach einer Generation mit renommierten Legionären wie Valeri Qazaishvili (San Jose Earthquakes), Tornike Okriashvili (Anorthosis Famagusta) oder Jano Ananidze (Spartak Moskau) haben die Georgier nun einige neue talentierte Spieler im Team, die internationales Format haben. Allen voran Giorgi Chakvetadze (KAA Gent), Khvicha Kvaratskhelia (Rubin Kasan) oder Zurab Davitashvili (Rotor Wolgograd), die bereits trotz jungen Alters in europäischen Top-10-Ligen spielen. Was den Georgiern möglicherweise noch fehlt, ist ein Starspieler bei einem Topklub wie beispielsweise Nachbar Armenien mit Henrikh Mkhitaryan (AS Rom). Auch Nordmazedonien hatte jahrelang mit Goran Pandev (noch immer bei FC Genua aktiv) einen solchen Star. Die Serie A-Legende ist sogar noch immer als Nationalspieler unterwegs. Mit Enis Bardhi (Levante) und Eljif Elmas (Neapel) stehen aber auch bei den Nordmazedoniern zwei äußerst vielversprechende Talente in den eigenen Reihen.

Beide Nationen sind in die Nations League C aufgestiegen und sogar in die gleiche Gruppe gelost worden. So trafen sie erst in der letzten Länderspielpause aufeinander und trennten sich mit 1:1. Ein Favorit ist nicht nur deshalb schwer auszumachen, wer auch immer sich qualifiziert: Es wäre die erste EM-Teilnahme in der Geschichte des jeweiligen Fußballverbandes.

Hamsik und Szoboszlai wollen auch zur EURO

Ebenso duellieren sich heute Serbien und Schottland. Hier befinden sich die Serben in der leichten Favoritenrolle. Auf nahezu allen Positionen gibt es Legionäre in europäischen Spitzenligen. Nicht ganz so breit aufgestellt ist der Kader von Nordirland, der sich aus Premier League-Stars und Spielern aus der zweiten und dritten englischen Liga zusammensetzt. Heute treffen die Nordiren auf die Slowakei, wo mit Routinier Marek Hamsik ein früherer Weltklassespieler mit von der Partie ist, der mittlerweile in China bei Dailian Pro aktiv ist.

Zu guter Letzt steht noch das Spiel zwischen Ungarn und Island auf dem Programm. Es ist dies das Duell, das aus der Liga A resultiert. Beide Nationen waren auch bei der letzten EM mit dabei und trafen dort sogar in der Gruppenphase aufeinander. Damals gab es ein 1:1. Auch hier darf man von einer engen Partie ausgehen. Möglich ist durchaus auch, dass Island den ersten Sieg gegen Ungarn seit 1995 einfährt. Es könnte also ein geschichtsträchtiger Abend werden.