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Ruben Amorim lässt Sporting wieder träumen: Aber endet die Durststrecke ohne Meistertitel und dann ohne den Trainer?

März 12, 2021

Sporting könnte in Portugal nach fast zwanzig Jahren wieder einmal Meister werden. Der Vorsprung am Thron ist beträchtlich und die Saison läuft einwandfrei. Bis jetzt. Denn nun tauchten Störgeräusche rund um Erfolgstrainer Ruben Amorim auf.

Steven Gerrard und die Glasgow Rangers haben es vorgemacht. Der schottische Traditionsclub hat sich nach langjähriger Abwesenheit als Landesmeister wieder einen Eintrag in den Geschichtsbüchern gesichert. Und auch in Portugal ist Sporting auf dem besten Weg. 2002 durfte Sporting bisher zum letzten Mal den Pokal zum Gewinn der portugiesischen Meisterschaft in die Höhe stemmen. Seither landete der Club bis auf eine Ausnahme immer unter den Top vier der Liga, doch der Meistertitel blieb aus.

Nun könnte ausgerechnet ein 36-jähriger Trainer, der seine Glanzzeiten als Kicker bei Rivale Benfica hatte, zum großen Erlöser werden. Zwölf Spieltage vor Schluss liegt Sporting neun Punkte in Front. Verfolger Nummer eins ist nicht etwa Porto oder Benfica, sondern Braga. Dort begann die Profitrainerkarriere von Ruben Amorim, der im Dezember 2019 die erste Mannschaft übernahm. 13 Partien später wartete schon der nächste Karriereschritt und für zehn Millionen Euro Ablöse wechselte Amorim als Trainer zu Sporting. Selten wurde für einen Trainer mehr Ablöse gezahlt. In der eigenen Vereinsgeschichte zahlte Sporting nur für drei Spieler mehr Ablöse als für Trainer Amorim. Toptransfer ist etwa der Stürmer Paulinho, der im Februar für 16 Millionen Euro aus Braga nach Lissabon übersiedelte.

Nächste Generation an Toptalenten

Bevorzugt lässt Amorim ein 3-4-2-1 spielen. Dabei nimmt Sebastian Coates als Abwehrchef und Kapitän einen zentralen Part ein. Oftmals wird ihm auch ein portugiesisches Abwehrtalent wie etwa Eduardo Quaresma oder Goncalo Inacio zur Seite gestellt. Die linke Außenbahn gehört ohnehin dem erst 18-jährigen Nuno Mendes. Und ganz vorne sammelt mit Tiago Tomas ein echter Rohdiamant seine ersten Profierfahrungen. Der wohl unverzichtbarste Spieler in der Offensive ist Pedro Goncalves. Der 22-Jährige hält bei 15 Saisontoren. Auch wenn er ein durchaus anderer Spielertyp ist, wird er vor allem aufgrund seiner Torquote als offensiver Mittelfeldspieler gerne als Nachfolger von Bruno Fernandes gesehen.

Bisher ist Sporting in der Liga noch ungeschlagen. Nur vier Mal wurden die Punkte geteilt. Es ist nicht ersichtlich, was diese Mannschaft aus der Spur bringen sollte. Nur im Cup gab es 0:2 gegen Maritimo. Hinzu kommt das frühe Aus in der Europa League-Qualifikation, wo man gegen den LASK mit 1:4 unterging. Beeindruckend ist in der Liga auch die niedrige Anzahl an Gegentoren. Erst elf Mal klingelte es im eigenen Kasten. Der nächste Gegner ist Tondela. Eine Mannschaft aus dem hinteren Tabellenbereich. Sporting ist hier der klare Favorit.

Wird Amorim gesperrt?

Doch trotz der blütenweißen Weste, könnte die Stimmung aktuell besser sein. Der Grund dafür: Ruben Amorim. Aktuell wird nämlich über ein Ausübungsverbot der Trainertätigkeit von Amorim ermittelt. Der 36-jährige Portugiese soll sich demnach noch vor seinem Wechsel zu Sporting falsch als Assistenztrainer registriert haben. Eine einjährige Sperre steht im Raum, sogar bis zu sechs Jahre wären möglich. Aktuell gilt die Unschuldsvermutung. Ob sich die Mannschaft nun von derartigen Schlagzeilen und Anschuldigungen gegen Trainer Amorim aus der Bahn werfen lässt, wird sich in den kommenden Spielen zeigen.