FussballInternationaler Fussball

Von Mario Götze bis Mats Köhlert: Diese 41 deutschen Legionäre machen Hollands Eredivisie zu einer zweiten deutschen Bundesliga

November 8, 2020

Wenn der PSV Eindhoven dieses Wochenende in der holländischen Eredivisie Willem II Tilburg empfängt, könnten gleich elf deutsche Legionäre gemeinsam auf dem Feld stehen. Nicht die einzigen deutschen Legionäre, die in der höchsten niederländischen Spielklasse ihr Geld verdienen.

Nur vier von 18 Klubs verzichten auf deutsche Spieler

Roger Schmidt auf der Trainerbank, Mario Götze im rechten Mittelfeld, Philipp Max links hinten und Adrian Fein kam von der Bank. Beim 1:4 in der Europa League unter der Woche wirkten drei Deutsche am Spielfeld mit, einer an der Seitenlinie. Mit Ersatztorhüter Lars Unnerstall saß noch ein Deutscher auf der Bank, Vincent Müller und Timo Baumgartl fehlten verletzt. Eindhoven ist jener Klub der Eredivisie, in dem die meisten deutschen Legionäre unter Vertrag stehen (sechs an der Zahl). Doch bei weitem nicht der einzige Klub mit Faible für deutsche Fremdarbeiter. Bis auf Ajax Amsterdam, RKC Waalwijk, Twente Enschede und den AZ Alkmaar will keiner der 18 Erstligaklubs in Holland auf die Dienste von Spieler verzichten, die deutsche Wurzeln haben.

Wenige Arrivierte, viele junge Talente

Am Sonntag, wenn Eindhoven am 8. Eredivisie-Spieltag auf Willem II Tilburg trifft, könnte am Spielfeld besonders viel Deutsch gesprochen werden. Neben Eindhoven halbem Dutzend, stehen beim Gegner aus Hollands Süden fünf DFB-Kicker unter Vertrag. Derrick Köhne verteidigt bei Tilburg links hinten, Görkem Saglam darf sein Können im offensiven Mittelfeld zeigen, Mats Köhlert im linken Mittelfeld, John Yeboah meist Rechtsaußen und wäre Kwasi Wriedt nicht verletzt, hätte Trainer Adrie Koster auch ganz vorne im Sturm eine deutsche Option. Noch nie gab es so viele deutsche Legionäre in Holland – und es sind neben arrivierten Spielern wie Weltmeister Mario Götze, Lennart Thy (Sparta Rotterdam) oder Felix Wiedwald (FC Emmen), die einen Neustart wagen, vor allem junge Talente, die dort auf den nächsten Entwicklungsschritt hoffen. So wie ebenjener Mats Köhlert von Willem II, der im Sommer 2019 von der zweiten Mannschaft des Hamburger SV nach Tilburg wechselte, und heuer in jedem Ligaspiel zur Startformation gehörte. „Anders als beim HSV fühle ich mich bei Willem II wertgeschätzt und spiele regelmäßig“, sagte Köhlert im April im Gespräch mit dem Spiegel.

Von 5 auf 41 Legionäre in wenigen Jahren

Waren es 2014/15 noch fünf Deutsche in der Eredivisie, sind es diese Saison 41 an der Zahl. Viele davon zieht es von zweiten Mannschaften der deutschen Bundesliga nach Holland. Ein Blick auf die Transferliste der zweiten Mannschaft des FC Bayern München vom vergangenen Sommer genügt als Beweis: In Tilburg dockten heuer etwa Derrick Köhn und Kwasi Wriedt an. Ein weiterer Bayern-II-Akteur, Oliver Meier, schloss sich dem SC Heerenveen an.

Sprungbrett Eredivisie

Dass sich dieser Weg auszahlen kann, bewiesen in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Akteuren, die über die Eredivisie den Sprung in den internationalen Top-Fußball geschafft haben. Ob dereinst Spieler wie der „echte“ Ronaldo, der über PSV Eindhoven den Sprung zu FC Barcelona schaffte, oder in der jüngeren Vergangenheit die Ajax-Garde um Frenkie De Jong (FC Barcelona), Hakim Zyech (FC Chelsea) oder Donny van de Beek (Manchester United). Doch auch Deutsche waren schon mit dem Umweg Holland erfolgreich: So spielte Mark Uth zwischen 2012 und 2015 bei Heerenveen und Heracles Alemlo, ehe ihn Hoffenheim zurück nach Deutschland holte. Und auch die jungen Serie-A-Verteidiger Lennart Czyborra (FC Genua, 21 Jahre alt) und Julian Chabot (Spezial Calcio, 22 Jahre alt) wechselt je für knapp vier Millionen Euro von Holland nach Italien. Man darf gespannt sein, was aus dem einen oder anderen der aktuellen Deutschland-Legionäre dank des Zwischenschritts Eredivisie wird.

Jetzt wetten

Mannschaft1x2