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Warum RB Leipzig auch PSG in die Schranken weisen kann

August 18, 2020März 12th, 2021

Vier Mannschaften sind noch im Rennen. Es wird ein französischer oder ein deutscher Klub sein, der die begehrte Champions League-Trophäe in den Nachthimmel von Lissabon strecken wird dürfen. Seit 2001/2002 und der Finalniederlage von Bayer Leverkusen schafften nur die Bayern oder Dortmund als deutsche Vertreter den Einzug ins Endspiel der Königklasse. Am Papier spricht nicht viel für die Leipziger im Duell mit dem Starensemble von PSG, im Detail haben sie aber nicht zuletzt aus diesen drei Gründen eine große Chance:

Spielrhythmus

Es gibt Teams, die im Laufe einer Spielzeit überspielt sind, weil die Doppel- oder Dreifachbelastung mit einer Vielzahl an Bewerben an den Kraftreserven zehrt. Aber es gibt auch das Problem, zu wenig Spielminuten in den Beinen zu haben. Während die deutsche Bundesliga die Saison aufgrund von Corona später, aber regulär beendete, hat PSG seit Mitte März und dem COVID-19-bedingten Abbruch der Ligue 1 lediglich die Finali im französischen Pokal und Ligapokal sowie das CL-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo zu bestreiten. Die Leipziger haben auf jeden Fall den besseren Spielrhythmus.

Form

Ob das 1:0 gegen St. Etienne im Pokal, das 6:5 nach Elfmeterschießen gegen Lyon im Ligapokal oder der Last-Minute-Sieg gegen Atalanta – alle drei Spiele seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa konnte PSG gewinnen, ja, ber allesamt denkbar knapp und glücklich. Leipzig verlor seit Bundesliga-Restart Mitte Mai nur einmal bei Dortmund (0:2 am 20. Juni) und bewies im Duell mit Atletico Madrid – das seinerseits seit Corona-Rest in der Primera Division in zehn Spielen kein einziges Mal verlor – einmal mehr, dass man mit europäischen Spitzenteams mithalten kann. Leipzig ist besser in Form und eingespielter als PSG.

Druck

Shooting Star Dani Olmo, Abwehrbank Dayton Upamecano oder Langzeitleipziger Yussuf Poulsen und Marcel Sabitzer sind als Spieler europäische Spitzenklasse, aber kein Vergleich zu Neymar oder Kylian Mbappe. Und genau das ist ihr großer Vorteil. Die Leipziger haben weniger zu verlieren. Bestes Beispiel für den Unterschied der beiden Teams in Sachen Erwartungshaltung: Der Leipziger Christopher Nkunku wurde bei PSG ausgebildet und wechselte im Sommer 2019 von Paris nach Sachsen – von einem Stammplatz war er bei PSG stets weit entfernt, den hatte er zuletzt bei RB inne. Er wird seinen Ex-Kollegen und seinem ehemaligen Trainer Thomas Tuchel zeigen wollen, was in ihm steckt.