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Wie lang dauert Freiburgs Siegesserie? Wer kann für eine Trendwende sorgen – Svensson oder Kolasinac? Wird es ein weiteres Rekordjahr von Lewandowski? Und kann Leipzig endlich wieder den BVB schlagen?

Januar 8, 2021

Bereits der zweite Spieltag im Jahr 2021 steht an. Zur Abwechslung müssen die Bayern mal freitagabends ran, Dortmund muss zu Leipzig und kämpft um den Anschluss an die Top drei. Schalke steht kurz vor dem Rekord von Tasmania Berlin und bei Mainz soll ein neuer Trainer das Ruder rumreißen. Viele weitere Geschichten schreibt der 15. Spieltag – wir stellen die wichtigsten Fragen.

Superserie von Freiburg – Kann der SC nach vier Siegen en suite seine Serie fortsetzen?

Unglaublich, was der SC Freiburg derzeit abliefert. Nach nur einem Sieg in zehn Bundesliga-Runden und neun Partien ohne Sieg holte die Mannschaft von Christian Streich zuletzt vier Siege in vier Spielen. Mit ein Grund könnte die Systemumstellung Streichs sein, aus 4-4-2 machte er 5-4-1. Die Defensive steht gut, nur zwei Gegentreffer in den letzten vier Spielen sprechen Bände. Hinzu kommt eine funktionierende Offensive rund um den groß aufspielenden Vincenzo Grifo. In das Duell mit Köln gehen die Freiburger als Favoriten, auch wenn der FC die letzten beiden Begegnungen für sich entscheiden konnte.

19 Tore in 13 Spielen – Kann Gladbach die Tormaschine Lewandowski stoppen?

Wenn man heutzutage über Robert Lewandowski spricht, kommt man aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Was war das für ein außergewöhnliches Jahr für den Polen. Triple-Sieger mit den Bayern und Torschützenkönig in drei Bewerben – 34 Tore in der Bundesliga, 15 Treffer in der Champions League und sechs im DFB-Pokal. Danach wurde er zu Europas Fußballer des Jahres und zum FIFA-Weltfußballer gekürt. Und Lewandowski macht unermüdlich weiter. 19 Treffer erzielte der Stürmer heuer in 13 Bundesliga-Partien – 1,46 pro Spiel. Zuletzt traf er drei Mal in Folge doppelt. Ein Ende ist nicht in Sicht – sollte der 32-Jährige in dieser Tonart weitermachen, wird auch 2021 ein Rekordjahr. Gegen Mönchengladbach bleib Lewandowski zuletzt zwei Mal torlos, das soll sich am Freitagabend ändern.

Transfercoup auf Schalke – kann Sead Kolasinac den Königsblauen sofort helfen?

Die Schalker nehmen in diesen Tagen wohl jede Hilfe, die sie bekommen können. Ein Mann soll den Königsblauen sofort helfen – Sead Kolasinac. Dass er angesichts der prekären Lage wie ein Heilsbringer empfangen wurde, machte dem 27 Jahre alten Linksverteidiger nichts aus. „Das ist positiver Druck, ich sehe das als eine Herausforderung“, sagte die Arsenal-Leihgabe. Es ist wirklich bezeichnend, dass die Hoffnungen auf einem Mann ruhen, der nicht nur Außenverteidiger ist und damit schwer dem Spiel einen Stempel aufdrücken kann, sondern der auch in den letzten Monaten wenig bis gar nicht zum Einsatz kam. Am Samstag soll er aber bereits gegen Hoffenheim zeigen, wie wichtig er sein kann. Sollte Schalke auch diese Partie verlieren, ist der Rekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 mit 31 sieglosen Partien in Folge eingestellt.

Angstgegner – Kann Leipzig nach fünf sieglosen Partien wieder gegen den BVB gewinnen?

Im Samstagabendspiel wartet ein wahrer Leckerbissen – RB Leipzig empfängt Borussia Dortmund. Seit Oktober 2017 wartet RB bereits auf einen Sieg gegen den BVB. Das letzte Duell im Juni 2020 entschied Dortmund mit 2:0 für sich. Ein interessanter Fakt ist, dass Dortmund nie gegen Leipzig verlor, wenn Marco Reus am Platz stand. Leipzig ist in der derzeitigen Situation wohl leichter Favorit, seit acht Spielen ist das Team von Julian Nagelsmann ungeschlagen, in den letzten vier Partien spielte man zu null. Einzig die Tormaschine stotterte etwas, Timo Werner geht den Sachsen immer noch ab. Dortmund und Neo-Coach Edin Terzic konnten am vergangenen Wochenende drei Punkte gegen Wolfsburg holen, doch die letzten Wochen waren aus Dortmunder Sicht nicht besonders gelungen. Auf Platz vier liegend, fehlen acht Punkte auf Tabellenführer Bayern. Während Leipzig sogar die Chance auf die Tabellenspitze hat, muss Dortmund punkten, um den Anschluss nicht endgültig zu verlieren.

Neuer Trainer – Ist der Ex-Liefering-Coach Bo Svensson der erhoffte Heilsbringer bei Mainz 05?

Mainz 05 geht das Jahr 2021 mit einem echten Neustart an. Der langjährige Manager Christian Heidel ist Teil des Vorstands und Ex-Trainer Martin Schmidt übernimmt die neu geschaffene Funktion des Sportdirektors – so viel stand schon fest. Als Nachfolger für den glücklosen Interimstrainer Jan-Moritz Lichte installierte das Duo nun Bo Svensson – mit dem noch mehr „Mainzer Fußball-DNA“ an den Bruchweg zurückkehrt. Der 41-jährige Däne spielte selbst sieben Jahre lang für die Rheinhessen, galt als kompromissloser Innenverteidiger und sammelte über 100 Bundesliga-Spiele. Mit Frankfurt wartet eine erste Hürde auf den ehemaligen Liefering-Coach. Die letzten drei Duelle mit der Eintracht gingen alle an Mainz, doch die bisherigen Saisonleistungen machen die Mainzer zum klaren Außenseiter. Seit sechs Spielen wartet man auf einen Sieg, mit derzeit sechs Zählern nach 14 Spieltagen liegt man in der Tabelle nur mehr vor den Schalkern. Mit Svensson soll die Trendwende gelingen und das langfristig: „Ich bin nur hier, weil auch über längerfristige Sachen gesprochen wurde. Wenn ich nur hier wäre, um die Aufgabe zu meistern, kurz mal in der Liga zu bleiben und die Klasse zu halten, dann wäre ich nicht der Richtige“, sagt Svensson auf seiner ersten Pressekonferenz.