FußballInternationaler Fussball

Andre-Pierre Gignac im Finale der Klub-WM: Der “Vergessene” lässt noch immer von sich hören

Februar 11, 2021

Der FC Bayern München bekommt es heute im Finale der FIFA-Klubweltmeisterschaft mit Tigres aus Mexiko zu tun. Dort ist mit Andre-Pierre Gignac ein echter Stürmer-Routinier am Werk und auch der Star der Mannschaft.

Andre-Pierre Gignac war es, der vom Elfmeterpunkt das Goldtor für Tigres im Duell mit Palmeiras sicherte. Der Franzose schoss den mexikanischen Club damit ins Finale der FIFA Klub-WM. Der Stürmer könnte sich heute zum Weltmeister krönen, zumindest auf Club-Ebene. Mit dem französischen Nationalteam war Gignac der ganz große Wurf nicht vergönnt. 2016 war Gignac im EM-Kader und kam sogar im Finale zum Einsatz, doch die Niederlage gegen Portugal konnte auch der Routinier nicht verhindern. 2018 gewann Frankreich zwar die WM – doch Gignac war diesmal nicht im Kader.

Der 35-Jährige zählte vor allem bei Olympique Marseille zu den Großen und mittlerweile hat er auch bei Tigres den Legendenstatus erreicht. 147 Tore in 246 Spielen können sich wahrlich sehen lassen. Bei der Klub-WM waren es nun drei Tore in zwei Spielen. Gut möglich, dass Gignac zum besten Torjäger des Turniers wird. Doch dazu müssen auch seine Defensivkollegen ordentlich mithelfen. Denn es gilt gegen Bayern München den Topstar Robert Lewandowski in Schach zu halten. Dieser hält nämlich auch schon bei zwei Toren und könnte Gignac die Torjägerkrone noch streitig machen.

Während Gignac in Frankreich oft noch für eine Generation steht, die hauptsächlich zwischen dem WM-Finale 2006 und dem EM-Finale 2016 unterwegs war, gibt es bei Bayern auch Franzosen der “neuen” Generation. Gignac kickte noch mit Evra, Sagna, Cabaye, Mathieu oder sogar Benzema und Valbuena. Nicht immer herrschte rund um die Equipe Tricolore zu Gignacs Glanzzeiten eine gute Stimmung. Bereits bei der miserablen WM 2010 war Gignac am Start. Obwohl hier Größen wie Franck Ribery, Eric Abidal, William Gallas, Nicolas Anelka und sogar Thierry Henry im Kader waren, reichte es nur zu einem Punkt in der Gruppenphase. Gleichbedeutend mit dem Aus. Viele Personalien wurden daraufhin getauscht, zahlreiche Spieler mussten weichen. Darunter auch Gignac. Der Stürmer blieb jahrelang ohne Nationalteamnominierung, kämpfte sich zurück, gab nie auf und schaffte es so im Vorfeld der Heim-EM wieder fester Teil des Kaders zu werden.

Nun hat er wieder einmal die Chance nach einem internationalen Titel zu greifen. Eine Chance, die sich in Anbetracht seines Alters wohl nicht mehr allzu oft bieten dürfte. Vielleicht ein besonderer Ansporn für Gignac den Titel des Klubweltmeisters erstmals nach Mexiko zu holen.