Internationaler Fussball

Gegen Färöer kämpft Franco Foda um seinen Job als österreichischer Teamchef

Oktober 8, 2021

Gegen die Alpenrepublik gelang den Färöer-Inseln einst eine historische Sensation. Das Duell am Samstag in der WM-Qualifikation ist aber nicht zuletzt deshalb brisant, weil Franco Foda, der deutsche Teamchef der Österreicher, massiv in der Kritik steht.

Es gibt dankbare Orte für Entscheidungsspiele als rot-weiß-roter Teamchef. Denn die Färöer-Inseln, die lösen in Fußball-Österreich immer noch Schnappatmung aus. Am 12. September lief der damalige WM-Teilnehmer Österreich in der Qualifikation zur EM 1992 in Dänemark im schwedischen Landskrona in ein Debakel und verlor gegen ein Team, das ausschließlich aus Amateuren bestand, mit 0:1. Am nächsten Tag erklärte der damalige ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger seinen Rücktritt.

Foda hat seinen Kredit verspielt

Einen Rücktritt hat Franco Foda bereits in den vergangenen Wochen ausgeschlossen, auch wenn sich weite Teile der Öffentlichkeit selbigen durchaus gewünscht hätte. Zwar ist Foda mit einem Punktschnitt von 1,83 bei 42 Länderspielen einer der erfolgreichsten Teamchefs in Österreich aller Zeiten, doch der Deutsche hat spätestens mit WM-Quali-Doppel im vergangenen September den letzten Kredit verspielt: 2:5 in Israel und 0:1 in Schottland lautete die Ergebnisse, es heißt, der ehemalige Sturm-Graz-Meistermacher und Kaiserslautern-Coach hole zu wenig heraus aus dem großen Potential des österreichischen Teams, das neben David Alaba (Real Madrid) oder Marko Arnautovic (FC Bologna) vor allem auf eine Vielzahl an Legionären aus der deutschen Bundesliga wie Marcel Sabitzer (Bayern), Christoph Baumgartner und Florian Grillitsch (Hoffenheim), Martin Hinteregger (Frankfurt) oder Sasa Kalajdzic (Stuttgart) zurückgreifen kann.

Ohne Baumgartner, Arnautovic oder Kalajdzic

Beim Spiel auf den Färöer-Inseln, wo sich im Übrigen mit Karel Brückner ein anderer ÖFB-Teamchef 2008 auch schon einmal mit einem 1:1 begnügen musste, stehen viele Stammkräfte allerdings nicht zur Verfügung. Neben Baumgartner, Arnautovic und Kalajdzic fehlen auch Stefan Lainer (Gladbach), Philipp Lienhart (Freiburg) oder der Ex-Gladbacher Valentino Lazaro (Benfica Lissabon). Sollte Foda schaffen, im vierten Auswärtsspiel Österreichs auf den Färöer-Inseln den zweiten Sieg einzufahren – bisher nur ein Sieg 2013 in der WM-Quali (3:0) – geht es am Dienstag beim noch ungeschlagenen Tabellenführer der Gruppe F allerdings weiterhin um seinen Job. Ein 0:4 wie im Hinspiel im März im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen die Dänen würde Foda wohl nicht überstehen. „Wir sind gewillt, trotz der vielen Ausfälle das Optimum herauszuholen“, sagte Foda vor dem Abflug in den Norden, der aufgrund schlechter Wetterverhältnisse um einen Tag verschoben werden musste. „Die Wahrheit liegt jetzt auf dem Platz. Es geht darum, dass wir gemeinsam den Turnaround schaffen und alles tun, um dieses Spiel zu gewinnen. Nur gemeinsam können wir aus diesem Tal wieder herauskommen, das ist unsere Aufgabe.“