Formel 1Motorsport

Dominiert Lewis Hamilton auch seine Heimrennen?

Juli 31, 2020

Lief es für Hamilton im ersten Saisonrennen in Spielberg mit Platz vier noch nicht nach Wunsch, offenbarte er seine Ansprüche in den beiden folgenden Rennen unmissverständlich. Sowohl beim Grand Prix der Steiermark als auch dem in Ungarn war der britische Superstar eine Klasse für sich. Valtteri Bottas scheint dazu ein idealer Partner, denn er fordert seinen Teamkollegen regelmäßig und so setzt sich die Mercedes-Crew weit von der Konkurrenz ab. Die üblichen Verfolger Red Bull und Ferrari hinken hinterher – gerade der italienische Traditions-Rennstall ist in dieser Saison überhaupt nur Mittelmaß. Nun folgen zwei Heimrennen für Hamilton in Silverstone, wo er stets in die vorderen Plätze fährt – in den letzten sechs Jahren gewann der 35-Jährige fünf Mal.

Rekorde von Schumacher nur eine Frage der Zeit
Bei der Dominanz, die Mercedes wieder einmal zeigt, wird es nicht mehr lange dauern bis Hamilton die Langzeit-Rekorde von Michael Schumacher bricht. Im direkten Vergleich fehlen dem Mercedes-Piloten nur mehr drei Podestplätze sowie sechs Rennsiege, um in der Formel-1-Welt endgültig ganz oben zu stehen. Zudem wären die neuen Rekorde noch bemerkenswerter, weil er dies mit 54 weniger Rennen als der ehemalige Ferrari-Pilot schaffen würde.

Einen Strich durch die Rechnung will ihm natürlich Schumachers Ex-Arbeitgeber Ferrari machen, doch dies scheint nach den bisherigen Leistungen unmöglich. Derzeit steht das Team von Sebastian Vettel und Charles Leclerc auf Platz fünf in der Konstrukteurswertung. Spätestens seit Ungarn ist die Scuderia endgültig im Krisenmodus. Auf dem Red Bull Ring war das schwache Abschneiden noch teilweise mit dem PS-Defizit zu erklären, auf dem Hungaroring – der langsamsten Strecke im Formel-1-Kalender 2020 – wurden Vettel und Leclerc sogar überrundet.

Red Bull als erster Verfolger
Für die Bullen fühlte sich der zweite Platz von Verstappen in Ungarn fast wie ein Sieg an, hatte der Niederländer doch vor dem Start einen Crash und die Boxen-Crew reparierte das Auto in Rekordzeit. Dennoch ist das österreichische Team weit entfernt von der Bestform. Dies zeigte nicht zuletzt das schwache Qualifying am Hungaro-Ring mit den Plätzen sieben und 13.

Während für Ferrari die nächste spezielle Streckencharakteristik keinen Hoffnungsschimmer bedeutet, könnte Silverstone für Red Bull tatsächlich etwas besser passen. Außerdem kämpfen die Ingenieure in Milton Keynes hauptsächlich an einer Front. Eine schnelle Lösung ist hier im Vergleich zu Ferrari wahrscheinlicher. Allerdings wird Silverstone von Jahr zu Jahr mehr zur Power-Strecke, weil immer mehr Grip dazu führt, dass immer mehr Passagen mit Vollgas durchfahren werden können.

Mercedes wird den nächsten Saisonsieg holen
Es müsste schon etwas sehr Außergewöhnliches passieren, dass nicht einer der beiden Silberpfeile, die nun als Black Beautys gelten, am Ende an der Spitze steht. Denn zur persönlichen Statistik von Hamilton auf der Strecke von Silverstone kommt die unglaubliche Performance seines Teams. Seit Jahren liefert die Mannschaft von Toto Wolff gerade auf diesem Kurs herausragende Leistungen. Weil der Rennbolide F1 W11, obwohl er in vielen Dingen mehr Revolution als Evolution darstellt, trotzdem die Gene seiner Vorgänger in sich trägt und vor allem schnelle Kurven liebt, ist Mercedes erneut haushoher Favorit, abgesehen davon, dass die beiden Piloten in einer Spitzenform zu sein scheinen.