Formel 1Motorsport

Formel 1 in Spielberg – Was Du vor dem Saisonauftakt wissen solltest

February 7, 2020

Wann und wo finden die ersten Rennen statt?
Die virtuelle Formel 1 ist vorerst wieder Geschichte und die Fahrer kehren auf die realen Rennstrecken zurück – die Fans müssen hingegen weiterhin vor dem Bildschirm mitfiebern. Am Sonntag (15:10) wird mit dem Großen Preis von Österreich der erste Akt der neuen Saison stattfinden. Nächstes Wochenende folgt der zweite Akt – der Große Preis der Steiermark. Auch wenn sie unterschiedlich heißen, es ist das erste Mal, dass zwei Rennen hintereinander auf ein und derselben Strecke gefahren werden. Finanziellen Hintergrund hat die Namensvergabe an das „grüne Herz Österreichs“ übrigens nicht, laut FIA-Regelungen muss jedes einzelne Rennen einen eigenen Namen tragen.

Wie viele Rennen gibt es in der Saison 2020?
Zumindest 15 Rennen plant Formel-1-Boss Chase Carey, es könnten sogar bis zu 18 werden. Termine gibt es nur für die ersten acht Rennen – zweimal Spielberg, Budapest, zweimal Silverstone, Barcelona, Spa und Monza. Im Dezember soll das Formel-1-Jahr in Bahrain und Abu Dhabi beendet werden. Möglicherweise werden WM-Läufe in Sotschi und Shanghai nachgeholt – fest steht dies jedoch noch nicht. Mugello und Imola in Italien, der Hockenheimring in Deutschland, Portimao in Portugal sind ebenfalls als Standorte im Gespräch.

Wer sind die Favoriten?
In den vergangenen Jahren gab es kein Vorbeikommen an Lewis Hamilton. Der 35-jährige Brite holte sich 2019 den siebten Weltmeistertitel und stellte damit Michael Schumachers Rekord ein. Für seinen Rennstall Mercedes war es der siebte Titel in Serie. 15 Siege gingen vergangene Saison auf das Konto der Silberpfeile, elf davon holte Lewis Hamilton. Auch heuer werden das deutsche Team und sein Champion das Maß aller Dinge sein.

Für Max Verstappen spricht heuer vor allem eines – zwei Rennen zum Auftakt auf seiner Lieblings- und der Red-Bull-Heimatstrecke. 2018 und 2019 konnte der 22-jährige Niederländer jeweils den Sieg holen. Beim großen Preis von Ungarn, Rennen Nummer drei, stand er letztes Jahr erstmals auf der Pole Position. Für Red Bull ist es eine optimale Ausgangslage zumal man in den letzten Jahren den Kampf um die WM bereits mit einem schwachen Saisonstart verlor. Mercedes hingegen hatte in den letzten Jahren sowohl in Österreich als auch Ungarn Probleme. Nachteil für Verstappen – beim Heimrennen seines Teams werden diesmal nicht zehntausende Oranje-Fans für Stimmung sorgen.

Aber auch Charles Leclerc gilt als Mitfavorit in diesem Jahr. Genauso wie Verstappen hat der Monegasse die Chance Sebastian Vettel als jüngster Formel-1-Weltmeister den Rang abzulaufen. Vergangene Saison konnte er zwei Siege holen, in Singapur und Italien, zudem stand er insgesamt zehn Mal auf dem Podium – schlussendlich beendete die nunmehrige Ferrari-Nummer 1 die WM auf Rang vier. Die Chancen für den Jungstar in der diesjährigen Saison scheint das Auto leider zu mindern. Ferrari schwächelte bei den Testfahrten und rechnet sich selbst nicht zu den Favoriten um den Titel.

Was ist 2020 neu in der Formel 1?
Das Formel-1-Reglement bleibt heuer relativ stabil, sowie auch in den vergangenen sechs Jahren. Für 2021 ist eine große Revolution mit komplett neuen Autos und der Einführung der Budget-Obergrenze geplant. Heuer operieren die Ingenieure und Fahrer noch einmal auf einer relativ bekannten Spielwiese. Neuerungen gibt es trotzdem: Das Mindestgewicht wurde auf 746 kg angehoben, somit gibt es 2020 die schwersten Boliden aller Zeiten. Kleiner Änderungen, wie mehr Motorverschleißteile runden das Reglement ab.

Klar ist, dass es in Spielberg viele Updates bei den Fahrzeugen geben wird, von denen noch nicht zu viele Details bekannt sind. In Australien wären die meisten Teams mit dem beinahe identischen Modell gefahren wie noch beim Abschlussrennen 2019 in Abu Dhabi. Seither soll sich einiges geändert haben. Auch wenn die Werke zwischenzeitlich wegen der COVID-19-Pandemie schließen mussten, tüftelten die Ingenieure am Zeichenbrett weiter an den Fahrzeugen. Ob die neuen Ideen bereits in Spielberg umgesetzt werden, scheint noch nicht sicher. Red Bull testete aber bereits einen neuen Unterboden. An ihm hat das Team an der Außenkante zahlreiche senkrechte Finnen angebracht, um den Luftstrom vor den Hinterrädern noch effizienter zu leiten. Auch die seitlichen Windabweiser sowie die Seitenkästen wurden beim österreichischen Team angepasst. Mercedes -Technikchef James Allison bestätigte ebenfalls viel Zeit in die Entwicklungsarbeit gesteckt zu haben – einige Ideen sollen auch schon umgesetzt worden sein und in Österreich zum Einsatz kommen. Beinahe jedes Team wird mit Updates an den Start gehen. Nicht hingegen Haas – beim amerikanischen Team kämpft man noch mit der Budgetplanung für die Saison und verzichtete somit auf kostspielige Umbauten.

Man darf gespannt sein, welches Team die Auszeit besser nutzen konnte. Die Rennen in Spielberg muss man allerdings mit Bedacht bewerten, eine Tendenz in der Fahrerwertung wird wohl erst wesentlich später erkennbar sein.