Formel 1

Formel 1: Die WM-Leader von Red Bull vor Heimrennen in Österreich

Juni 26, 2021

Die Formel 1 ist so spannend wie seit Jahren nicht. Während Mercedes mit den zuletzt gezeigten Leistungen hadert, scheint das Team von Red Bull das Potenzial endlich wieder auszuschöpfen. Nun warten auch noch zwei Rennen in Österreich. Spielberg ist die Heimat der Bullen, die Leistungen in den letzten Jahren – vor allem von WM-Leader Max Verstappen – waren großartig. Doch was macht die Strecke so besonders?

Formel-1-Fixtermin seit 2014

Er wurde 1969 als Österreich-Ring eröffnet und war in den Siebzigern unter dem Grand Prix von Österreich in Zeltweg bekannt. Ab 1987 pausierte die Strecke ein Jahrzehnt. Von 1997 bis 2003 war der Kurs in der Königsklasse als A1-Ring bekannt. Abermals verschwand der Grand Prix von Österreich von der Bildfläche. Mit dem Aufstieg von Red Bull zu einem der besten Teams der Formel 1 musste auch der Ring in Spielberg wieder zurück ins Rennen. Nach längeren Umbauten wurde er am 15. Mai 2011 wiedereröffnet, seit 2014 ist der Kurs wieder fix im Formel-1-Kalender verankert.

Der Red Bull Ring, wie er jetzt genannt wird, liegt in der kleinen Stadt Spielberg, umgeben von den steirischen Bergen. Neben der Formel 1 ist er derzeit auch Austragungsort eines MotoGP-Rennens und war schon oft Schauplatz der DTM-Saison.

Red Bull und der Red Bull Ring

In den 70er- und 80er-Jahren galt sie aufgrund der Höhenunterschiede, der schnellen Kurven und der kleinen Auslaufzonen als eine der spannendsten und gefährlichsten Strecken der Formel 1. Sicherheitsbedenken waren ein Faktor dafür, dass sie 1987 aus dem Kalender gestrichen wurde. Als sie zurückkehrte, war sie von Hermann Tilke stark umgebaut worden, um dieses Problem zu lösen. Red Bull nahm dann weitere Änderungen vor, als Mäzen Didi Mateschitz die Strecke kaufte und eine rund 70 Millionen Euro teure Renovierung durchführten.

Seit der Wiedereröffnung stand kein Österreicher in Österreich am Start, mit Red Bull startet allerdings ein österreichisches Team, das in den letzten Jahren große Erfolge feiern konnte. Auch wenn letztes Jahr zweimal Mercedes die Nase vorne hatte, zeigte Max Verstappen seine Klasse in Spielberg bereits. 2018 und 2019 entschied der Niederländer das Rennen für sich. Das Highlight der jüngsten Rennen auf der Strecke ist zweifelsohne Max Verstappens Triumph 2019. Vor Tausenden von orangefarbenen niederländischen Fans kämpfte sich der Red-Bull-Pilot von Platz acht nach vorne, überholte Charles Leclerc drei Runden vor Schluss und stand schlussendlich ganz oben am Treppchen.

Das aktuelle Layout des Rings ist 4,318 km lang, wobei das Rennen über 71 Runden geht. Zehn Kurven (sieben Rechts- und drei Linkskurven) sowie drei Geraden machen die Streck kurz und bündig. Die schnellste je gefahrene Rennrunde fuhr der derzeitige Ferrari-Pilot Carlos Sainz jr. mit 1:05.619 min beim Großen Preis von Österreich 2020, die schnellste Qualifying-Runde absolvierte Valtteri Bottas am Vortag mit 1:02.939. Niki Lauda ist übrigens der einzige Österreicher, der dort ein offizielles Formel-1-Rennen gewonnen hat, und zwar im Jahr 1984.

Streckenverlauf

Kurve 1: Die Runde beginnt mit einer kurzen Bergfahrt bis zur ersten Kurve, der Niki-Lauda-Kurve, die unübersichtlich und eng ist. Sie sorgt in Runde eins oft für Chaos. Im Laufe des Rennens bietet sich die Stelle als gute Überholstelle an.

Kurve 2: Auf Kurve eins folgt zwischen zwei Geraden eine leichte Anpassung nach links, während es auf bergauf zum höchsten Punkt der Strecke geht. Da sich dort eine DRS-Zone befindet, ist auch dieser Abschnitt ideal für Überholmanöver.

Kurve 3: Oben angekommen folgt die Spitzkehre nach rechts, möglicherweise die beste Stelle zum Überholen. Die Autos müssen hier von über 320 km/h auf 70 km/h herunterbremsen.

Kurve 4: Die letzte gute Überholmöglichkeit folgt direkt nach der Spitzkehre, dank einer weiteren DRS-Zone. In der anschließenden Kurve nach rechts ist es jedoch schwieriger, zu überholen, obwohl es deutlich bergab geht.

Kurve 6: Auf die Rechtskurve folgt eine kurze, geschwungene Kurve nach links. Durch ihren langgezogenen Ausgang bietet sie den Fahrern die Möglichkeit, nur leicht vom Gas zu gehen.

Kurve 6: Es folgt die erste Linkskurve der Runde. Bei einem engen Manöver ist es auch hier möglich, eine Position gutzumachen.

Kurve 7: Sektor 3 beginnt mit einer weiteren Linkskurve, bevor die Fahrer …

Kurve 8: … sich für die folgende Kurve nach rechts lehnen. Angesichts der bevorstehenden kurzen Geraden ist es wichtig, hier einen guten Ausgang zu erwischen.

Turn 9 – Am Ende der besagten Geraden befindet sich eine Hochgeschwindigkeits-Rechtskurve, die Jochen-Rindt-Kurve. Am Ausgang der Kurve befinden sich die Boxeneinfahrt und ein DRS-Aktivierungspunkt für die Start-Ziel-Gerade.

Turn 10 – In der letzten Kurve der Strecke lassen sich die Piloten in ihren Boliden gerne nach außen treiben, um den idealen Speed für die lange Gerade mitzunehmen.

Erst Steiermark, dann Österreich

Am kommenden Sonntag starten die Formel-1-Piloten beim Großen Preis der Steiermark, eine Woche später folgt der Große Preis von Österreich. Weil der Große Preis von Kanada und auch das geplante Ersatzrennen in der Türkei abgesagt werden musste, wurde der Grand Prix von Frankreich vorverlegt. An dem frei gewordenen Wochenende findet nun ein weiteres Rennen in Österreich statt. Das bringt grundsätzlich den Vorteil mit sich, dass die Teams am ersten Wochenende viele Daten sammeln können und dadurch vor dem zweiten Event wissen, wie sich die Reifen und die Autos verhalten. Allerdings könnte dies auch einen Nachteil darstellen, denn strategisch gibt es wenig Spielraum in Spielberg.