Formel 1

Nur noch fünf Rennen: Bringt der Grand Prix von Mexiko eine Vorentscheidung?

November 4, 2021

Am kommenden Sonntag folgt mit dem Großen Preis von Mexiko die nächste Episode eines unfassbar spannenden Formel-1-Saison. Bei den letzten vier Rennen in der Heimat des Tequilas gab es nur zwei unterschiedliche Sieger – Max Verstappen und Lewis Hamilton. Setzt sich Verstappen durch, könnte damit bereits eine kleine Vorentscheidung fallen.

Seit 1962 gibt es die Formel 1 in Mexiko City. Zwei Mal gab es über mehrere Jahre Pausen, daher findet am Sonntag erst das 22. Rennen am Autodrome Hermanos Rodriguez statt. 4,3 Kilometer beträgt eine Runde – das macht 71 Runden für das Fahrerfeld. Ein besonderes Merkmal des Kurses ist, dass die Rennstrecke durch das Baseballstadion Foro Sol führt und die Tribünen des Stadions auch für das Rennen genutzt werden. Auch die anschließende Siegerehrung findet hier statt.

Der letzte Sieger war Lewis Hamilton im Jahr 2019. 2020 wurde das Rennen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. 2018 hieß der Sieger wie schon 2017 Max Verstappen. Der erfolgreichste Teilnehmer der letzten zwei Grand Prixs in der mexikanischen Hauptstadt war aber tatsächlich Sebastian Vettel, der zwei Mal Zweiter wurde.

Status Quo – Trümpfe sind bei Red Bull

Max Verstappen führt momentan die Meisterschaft mit zwölf Punkten an, während Mercedes in der Konstrukteurswertung 23 Punkte Vorsprung auf Red Bull hat. Dahinter ist die Lage aber ebenso angespannt. Ferrari und McLaren matchen sich um Rang drei und zwischen Alpine und AlphaTauri entbrannte ein harter Kampf um Platz fünf der Konstrukteurswertung. Am Ende der Tabelle scheint Williams vor Alfa Romeo und Haas zu liegen, doch ein Rennen könnte das Blatt in der Meisterschaft wieder wenden. Kein Team, aber auch kein Fahrer, hat seinen Platz sicher.

Die Strecke liegt Red Bulls RB16B perfekt. In den kniffligen Sektoren zwei und drei brauchen die Boliden ordentlich viel Grip. Das ist der Streckenabschnitt, in dem der RB16B brilliert, aber auch Verstappen selbst. Er hat auf dem Autódromo zweimal gewonnen, und das nicht ohne Grund. Die Strecke liegt außerdem 2286 Meter über dem Meeresspiegel. Die dünne Luft in dieser Höhe bedeutet, dass Mercedes weniger Leistung bringt und der Honda-Motor besser funktioniert.

Verstappen ist der Favorit, aber Mercedes und Lewis Hamilton werden ihre Chancen suchen. Mercedes hat in Texas einen kleinen Fehler gemacht, der Red Bull den Sieg ebnete. Das Gleiche könnte jederzeit auch umgekehrt passieren. Außerdem ist Hamilton auch auf dieser Strecke nicht zu unterschätzen – er gewann ja ebenfalls schon zwei Mal.

Best of the rest

Verstappens Teamkollege Sergio Perez könnte für ein Novum sorgen – noch nie stand ein Mexikaner beim Heimrennen auf dem Podest. Hamiltons Noch-Sidekick Valtteri Bottas gelang bereits drei Mal der Sprung auf das Podium, er könnte wieder ein Kandidat für die ersten Drei sein. Neben Red Bull und Mercedes sind McLaren und Ferrari die Teams der zweiten Reihe, die in diesem Jahr am meisten um das Podium herumgefahren sind. Die Italiener holten bereits in Monaco und Aserbaidschan die Pole Position. Grip ist in Mexiko wichtig und mit dem neuen Motor könnten Charles Leclerc und Carlos Sainz durchaus vorne mitfahren, an einem großartigen Tag sogar um den Sieg.

Bei Lando Norris sind die Erinnerungen an den Auftritt von 2019 nicht allzu gut – der junge Brite musste nach einem Boxenstopp seinen McLaren am Boxenausgang parken, weil sich das Team nicht sicher war, ob der linke Vorderreifen anständig am Auto befestigt worden war. Der MCL34 wurde von den Mechanikern zurück auf seinen Boxenplatz geschoben und der Fehler korrigiert. Sein Rennen war damit gelaufen und er gab später auf. Mit einem besseren Gefühl reist Teamkollege Daniel Ricciardo an. Der Australier stand 2017 auf dem Podest, 2018 konnte er die Pole Position ergattern.

Auch auf dem Zettel sollte man das Alpine-Duo Esteban Ocon und Fernando Alonso haben. 2017 und 2018 war für Red Bull ein Schlüssel zum Erfolg in Mexiko die Effizienz der Renault-Antriebseinheit in auf dem hoch gelegenen Rundkurs. Alpine ist dieses Jahr das einzige Team, das diese Power Units einsetzt. Möglicherweise kann der britische Rennstall also für eine Überraschung sorgen.

Das Qualifying geht am Samstag ab 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit über die Bühne. Das Rennen folgt am Sonntag um 20 Uhr.