Formel 1Motorsport

Showdown in Monte Carlo: Kann Max Verstappen tatsächlich um den Titel mitreden?

Mai 20, 2021

Die Formel 1 ist so spannend wie lange nicht. Auch wenn Lewis Hamilton drei der ersten vier Rennen gewann, geht es weit knapper her als in den letzten Saisonen. In Monaco folgt ein Showdown, der wie im letzten Jahr nur mit einer Hand voll Fans stattfindet. Doch wie sieht der Fight zwischen Mercedes und Red Bull aus? Kann Max Verstappen mit Hamilton mithalten?

Rückstand auf Hamilton bei 14 Punkten

„Unser Motor bringt zu wenig Leistung“, machte Max Verstappen die Defizite gegenüber Mercedes nach dem Rennwochenende in Spanien klar. Red Bull scheiterte an der Renn-Taktik von Mercedes und musste den 96. Sieg von Hamilton hinnehmen. Umso mehr ist das Team rund um Dr. Helmut Marko motiviert, dem deutschen Team Paroli zu bieten. In den letzten Jahren galt das Rennen in Barcelona oft als Gradmesser für die restliche Saison. Wäre dem so, hätte Red Bull wohl ein kleines Problem mit Mercedes mitzuhalten, die Weltmeisterschaft könnte doch nicht so spannend sein, wie es sich viele Formel-1-Fans wünschen. Doch Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin geht nicht von einer „Vorentscheidung“ aus: „Als die Autos noch weniger Grip hatten, und als die Autos und Reifen nicht so breit waren, war es ein toller Kurs mit einer Mischung aus schnellen und langsamen Kurven. Jetzt gehen die schnellen Kurven besonders im Qualifying praktisch mit Vollgas. So siehst du keinen Unterschied zwischen den Teams mehr.“ Darum könnte die starke Leistung samt Sieg von Lewis Hamilton in Spanien nicht unbedingt WM-entscheidend sein.

14 Punkte beträgt derzeit der Vorsprung vom Weltmeister auf Max Verstappen vor dem Rennen in Monaco. Auch wenn der junge Holländer in Monaco noch nie am Treppchen stand, konnte er mit seiner schnellsten Rennrunde 2018 zeigen, dass ihm die Strecke liegt. Überholen ist auf dem engen Stadtkurs in Monaco fast unmöglich, weshalb die schnellste Runde im Qualifying inklusive Pole Position entscheidend sein kann. Horner erinnert in diesem Zusammenhang: „Abgesehen von Bahrain lag in jedem Grand Prix in diesem Jahr weniger als eine Zehntelsekunde zwischen uns und der Poleposition. Es war also unfassbar eng.“ Sollten die Bullen das Zünglein an der Waage auf ihrer Seite wissen, könnte man mit dem angepeilten Sieg auch in der WM wieder näher heranrücken.

Starker Partner als Zünglein an der Waage

Ein Aspekt, den man auch nicht außer Acht lassen darf, ist, dass Sergio Perez – seines Zeichens Teamkollege von Verstappen – immer besser mit dem Red-Bull-Boliden klarkommt. Dies konnte der Mexikaner auch in Barcelona unter Beweis stellen. Eines ist sicher, um mit Mercedes in diesem Jahr tatsächlich mithalten zu können, braucht Max Verstappen einen starken Partner. Es könnte der Schlüssel gegen die Taktikfüchse von Mercedes sein. So oft war es der Fall, dass Hamilton von Bottas in wichtigen Momenten unterstützt wurde. In einem Dreikampf mit zwei Silberpfeilen hatte Verstappen zu oft das Nachsehen, was auch mit taktischen Stopps zusammenhing. Sollte Perez mit Bottas mithalten können, was auch das Qualifying betrifft, könnte der Finne sein Rennen weniger dem Weltmeister aus Großbritannien widmen.

Beim letzten Rennen am 3,3 Kilometer langen Stadtkurs des Fürstentums im Jahr 2019 konnte sich Hamilton zum Sieger krönen. Für Überraschung sorgte Sebastian Vettel der mit Ferrari das zweite Mal in Folge Zweiter wurde. Max Verstappen beendete den Grand Prix 2019 auf Rang fünf.

Nach dem Rennen in Monaco folgen die Grand Prixs von Aserbaidschan und Frankreich ehe wie bereits im Vorjahr zwei Mal in Österreich gefahren wird. Sollte Verstappen den Rückstand bis dahin bei einem Minimum halten, könnte er da seine Trümpfe ausspielen. Auch wenn der Holländer letztes Jahr nur zweimal Dritter wurde, zeigte er mit Siegen 2019 und 2018 auf. Es ist die Heimstrecke von Red Bull – wenn das Setup passt, kann sich der 23-Jährige dort durchaus 52 Punkte holen.