Formel 1Motorsport

Saisonauftakt der Formel 1 in Bahrain – Alles rund um Regeländerungen, Favoriten, Altstars und Mick Schumacher

März 25, 2021

Am kommenden Wochenende beginnt die neue Formel-1-Saison auf dem Bahrain International Circuit. Nach dem Abschluss des letzten Motorsportjahres gab es einige Wechsel, neue Fahrer kamen dazu – einer davon ist kein Geringerer als der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher. Der 22-Jährige Mick und Sebastian Vettel sind die zwei deutschen Rennfahrer, die im Starterfeld für 2021 stehen. Doch neben neu formierten Teams gibt es auch Regeländerungen. Was sollte man alles vor dem Auftakt wissen? Und wer sind die Favoriten?

Regeländerungen zum Auftakt

Am Sonntag, dem 26. März, geht es wieder rund. In Bahrain kämpfen die zehn Teams um den ersten Saisonsieg. Der Auftakt bringt auch die Umsetzung einiger Regeländerungen: Erstmals werden die Ausgaben der Teams überwacht und es wird zum „Sparen“ angehalten – 2021 darf jeder Rennstall maximal 145 Millionen Dollar ausgeben, 2022 sinkt die Summe auf 135 Millionen Dollar. Allerdings gibt es einige Ausnahmen – etwa die absurd hohen Gehälter der Fahrer oder Marketingmaßnahmen.

Ab sofort werden die Trainingszeiten verkürzt. Statt 90 gibt es nur noch 60 Minuten pro Session, so sollen die Rennwochenenden kompakter werden und mehr Zeit für andere Rennprogramme, wie etwa die Frauenserie, bleiben. Ein neuer Unterboden bei den Boliden führt zu dazu, dass die Autos künftiger etwas langsamer unterwegs sind. Zudem wird das Gewicht aufgrund schwererer Motoren erhöht – ab sofort wiegen die Fahrzeuge 749 Kilogramm, drei mehr als letztes Jahr. Im „Kampf gegen die Umweltverschmutzung“ will die FIA teures Wettrüsten im Bereich Treibstoff verhindern. Deswegen dürfen künftig nur noch Rezepturen aus der vorangegangenen Saison sowie eine neue für 2021 verwendet werden. Dabei steigt auch der Anteil des Biokraftstoffs aus Bioabfällen, der derzeit nur 5,75 Prozent beträgt, aber in einem Jahr schon auf zehn Prozent wachsen soll.

Rekordkalender und Sprintrennen

Bahrain ist das erste von insgesamt 23 Saisonrennen – den Abschluss macht Abu Dhabi am 12. Dezember. So viele Rennen wie 2021 gab es noch nie. Neu dabei im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist neben der Premiere in Saudi-Arabien am 5. Dezember nur der Grand Prix in Zandvoort am 5. September. 2020 fiel das Comeback der Niederlande als Veranstalter wegen der Corona-Pandemie ins Wasser.

Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Wochen so intensiv behandelt wie die Einführung von sogenannten Sprintrennen beziehungsweise Sprint-Qualifyings. Geplant ist, dass diese 100 Kilometer langen ‘Mini-Rennen’ 2021 in Silverstone, Monza und Interlagos ausgetragen werden und die Startaufstellung des Hauptrennens bestimmen sollen. Die Sprintrennen selbst sollen dabei am Samstag stattfinden, die Startaufstellung soll durch ein klassisches Qualifying am Freitag ermittelt werden. Die tatsächliche Einführung von derartigen Sprintrennen wurde noch nicht finalisiert, rückt allerdings immer näher.

Bekannte Altstars und Newcomer

Einige neue, aber auch alte Gesichter sind in diesem Jahr in den Cockpits vertreten. Sein großes Comeback nach zwei Jahren Abstinenz feiert Fernando Alonso. Der zweifache Weltmeister war in den letzten Jahren in anderen Rennserien unterwegs – er gewann zwei Mal das 6-Stunden-Rennen von Spa, zwei Mal die 24 Stunden von Daytona, die 1000 Meilen von Sebring und wurde FIA-Langstrecken-Weltmeister der LMP-1-Kategorie zusammen mit seinen mit seinen Teamkollegen Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima. Der Spanier startet für das alte Renault-Team, das nunmehr als Alpine F1 Team an den Start geht.

Wie bereits erwähnt kehrt der Name Schumacher in die Königsklasse des Motorsports zurück. Mick Schumacher sitzt ab sofort in einem der beiden Haas-Autos. Viel Eingewöhnungszeit an sein neues Team und Auto hatte Schumacher bei drei Testtagen, die ebenfalls in Bahrain über die Bühne gingen, nicht. Seine Testzeit musste sich der Deutsche auch mit seinem Teamkollegen Masepin teilen. Dass der Youngster in seinem ersten Jahr sofort vorne mitfahren kann, ist nicht zu erwarten, zumal sein Bolide zu den schwächsten des gesamten Feldes zählt.

Hamilton weiterhin der Gejagte, Vettel weiterhin im Pech

Sebastian Vettel hat ein grausiges Jahr und einen doch unrühmlichen Abgang bei Ferrari hinter sich. Der Start bei seinem neuen Arbeitgeber Aston Martin, dem Nachfolge-Rennstall von Racing Point, verlief auch nicht nach Wunsch. Die Testfahrten vor dem Saisonstart waren geprägt von technischen Problemen, die eleganten Boliden in grün standen häufig in der Garage. Vettel musste wieder erklären, warum es nicht lief bei den Tests und dass man sich in Geduld üben müsse – das kommt einem doch bekannt vor. Aston Martin bereichert die Formel 1 sicher durch den schillernden Namen – in der Saison 2021 müssen Vettel und Teamkollege Lance Stroll aber auf glückliche Umstände hoffen, um ab und zu einen Platz auf dem Podium zu erreichen.

Die großen Favoriten sind – wie könnte es anders sein – die Mercedes-Piloten, oder besser gesagt: Lewis Hamilton wird auch heuer der große Gejagte sein. Der Brite ließ sich Zeit mit der Vertragsverlängerung, unterschrieb im Endeffekt den erwarteten Ein-Jahres-Vertrag beim deutschen Rennstall. Vergangenes Jahr schrieb Hamilton die Formel-1-Geschichte neu – der 35-Jährige hält seither bei sieben Weltmeister-Titeln, 95 Rennsiegen, 165 Podestplätzen und 98 Polepositions. 2021 kann er endgültig an Legende Michael Schumacher vorbeiziehen. Kollege Valtteri Bottas könnte der größte Konkurrent werden. Bei den Testfahrten kam der Finne offenbar deutlich besser zurecht mit dem neuen Rennwagen als Branchenprimus Hamilton. Aber dennoch litt er auch wie sein berühmter Kollege darunter, dass Mercedes wegen technischer Probleme bei den Bahrain-Tests die wenigsten Kilometer aller zehn Teams abspulen konnte.

Red Bull als erster Verfolger, Ferrari am absteigenden Ast

Wenn man über (Mit-)Favoriten spricht, muss man zwangsläufig Red Bull und Ferrari erwähnen. Die Bullen bestätigten diese Nennung letzte Saison zumindest zum Teil, Ferrari enttäuschte auf ganzer Linie. Was Red Bull betrifft – Wenn der Mercedes von Lewis Hamilton tatsächlich nicht so schnell sein sollte, wie die Tests vor Saisonbeginn vermuten lassen, dann wird Max Verstappen seine Chance nutzen. Der Red-Bull-Rennwagen gilt als bärenstark. Auch von Sergio Perez darf man durchaus einiges erwarten.

Bei Ferrari ist, auch wenn die Italiener anderes behaupten möchten, noch immer der Wurm drin. Auch 2021 wird Ferrari allenfalls als „Best of the rest“ in Erscheinung treten – und gerade dort, im Mittelfeld, ist die Konkurrenz deutlich stärker geworden. Ein Nachteil könnte auch die Fahrerbesetzung sein. Während Verstappen bei Red Bull einen starken Teampartner bekommen hat, könnte Leclercs neuer Kollege Carlos Sainz jr. genau diese Stärke vermissen lassen, wodurch auch Leclercs Performance absinken könnte. 2021 könnte für Ferrari der tiefere Tiefpunkt in der Renngeschichte werden.