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ATP Finals in Turin: The grateful 8

November 13, 2021November 16th, 2021

Es ist angerichtet: Turin erwartet ab Sonntag die besten acht Einzelspieler der Herren 2021. Beim Saisonabschlussturnier vom 14. bis 21. November in der Pala Alpitour Arena wird entschieden, wer sich die Krone der Nitto ATP Finals aufsetzt. Großer Favorit ist einmal mehr Novak Djokovic, der mit dem Sieg den Rekord von sechs Finals-Siegen egalisieren kann.

An den ATP Finals nehmen mit Daniil Medvedev, Alexander Zverev, Stefanos Tsitsipas und dem fünfmaligen Sieger Novak Djokovic vier ehemalige Champions teil. Außerdem sind Andrey Rublev und Matteo Berrettini sowie die Debütanten Casper Ruud und Hubert Hurkacz mit von der Partie. Novak Djokovic ist einer der erfolgreichsten Spieler in der Geschichte des Turniers, aber die Nummer eins der Welt konnte seit 2015 keinen Erfolg mehr feiern – von 2012 bis 2015 siegte er vier Mal in Folge.

 

Group GREEN – klare Sache für den Djoker?

Djokovic, der bei der letztjährigen Ausgabe im Halbfinale an Dominic Thiem scheiterte, befindet sich nach der Auslosung auch in diesem Jahr in einer vermeintlich sicheren Position, um in die K.O.-Runde einzuziehen. Er hat eine dominante 7:2-Bilanz gegen die drei Spieler in seiner Gruppe – Stefanos Tsitsipas, Andrey Rublev und Casper Ruud.

Der Serbe hat in den letzten Jahren nicht sein bestes Tennis gespielt, aber mit dem Wechsel des Austragungsortes in diesem Jahr hofft er auf eine Trendwende. Tsitsipas selbst hat eine positive Bilanz gegen Rublev (4-3). Einer dieser Siege kam bei den ATP Finals 2020 zustande, was dem Griechen viel Selbstvertrauen geben sollte. Rublev verfügt zwar über ein starkes, grundlinienorientiertes Spiel, das wie geschaffen ist für den Hartplatz in der Halle, aber er wird sich schnell zurechtfinden müssen. Der einzige Spieler, gegen den der Russe eine positive Sieg-Niederlagen-Bilanz (4-0) aufweist, ist Debütant Casper Ruud.

Der Norweger, der im Jahr 2021 seinen Durchbruch feierte, bezeichnete kürzlich Rublev als einen seiner härtesten Gegner auf der Tour. Aber auch Ruud wird mit einem ersten Sieg gegen den unsortierten Russen liebäugeln. Der Schlüssel zu Ruuds Chancen, sich für die K.O.-Runde zu qualifizieren, wird jedoch sein Spiel gegen Tsitsipas sein.

 

Group RED – Medvedev und Zverev als Halbfinalanwärter

Daniil Medvedev geht nicht nur als Titelverteidiger in die Ausgabe 2021, sondern auch als einziger Spieler, der in dieser Saison neben Novak Djokovic eine Grand-Slam-Trophäe gewonnen hat. Mit insgesamt 156 Siegen auf Hartplätzen seit 2018 ist Medvedev der erfolgreichste Spieler auf diesem Belag in diesem Zeitraum. Das und der Titel beim letzten Hardcourt-Slam machen den Russen zum klaren Favoriten in seiner Gruppe. Doch die Bilanz von Medvedev gegen die Spieler in seiner Gruppe – Alexander Zverev, Matteo Berrettini und Hubert Hurkacz – spricht eine andere Sprache. Zwar führt er gegen Berrettini mit 2:0, doch gegen Zverev (5:5) und Hurkacz (1:1) hat der Russe eine ausgeglichene Bilanz.

Hurkacz konnte Medvedev in Wimbledon besiegen, in Toronto revanchierte sich der Russe. Gegen die beiden anderen Kontrahenten steht Hurkacz heuer bei 0:1, letztes Jahr konnte er zumindest Berrettini einmal schlagen. Nichtsdestotrotz verfügt Hurkacz über die Art von kraftvollem Spiel, die nötig ist, um das eine oder andere Ergebnis umzuwerfen. Vor allem für Zverev könnte das Match gegen Hurkacz von großer Bedeutung sein. Der Deutsche stellt Anspruch auf den Titel und wird versuchen, seine Gruppe als Gruppenerster abzuschließen, um sich ein günstiges Halbfinalmatch – nicht Djokovic – zu sichern.

Gegen Berretini hat Zverev eine komfortable 3:1-Bilanz. Die dominanten Aufschläge des Deutschen waren bei einigen seiner größten Erfolge in dieser Saison – einschließlich der Olympischen Spiele – ein Highlight, aber der ATP-Finals-Sieger von 2018 war von der Grundlinie aus ebenso beeindruckend. Wenn er früh seinen Rhythmus findet, könnte Zverev derjenige sein, auf den man unter den vier Namen in der roten Gruppe achten sollte. Berrettinis Name im Halbfinale zu sehen, wäre eine Überraschung. Dennoch kann der Italiener den beiden Favoriten der Gruppe die Suppe mit starken Schlägen und intensiven drei Sätzen die Suppe gehörig versalzen.

 

Nach den Finals kommt das Turnier der Comebacks

Insgesamt zum 52. Mal findet ein Saisonabschluss mit den besten der Besten statt.  Neben den Einzelspielern spielen in Turin auch die acht besten Doppelpaare der Saison 2021, allen voran das überragende Duo Nikola Mektic und Mate Pavic. Aus deutschsprachiger Sicht hat es auch Kevin Krawietz mit Horia Tecau nach Turin geschafft. Insgesamt werden bei beiden Turnieren 14,5 Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Den Auftakt im Doppel machen am Sonntag um 11:30 Uhr Rajeev Ram / Joe Salisbury und Jamie Murray / Bruno Soares, im Einzel trifft Medvedev auf Hurkacz um 14:00 Uhr. Zverevs erste Partie folgt um 21 Uhr gegen Berrettini.

Dass die ATP Finals nicht das letzte hochkarätige Turnier des Jahres ist, liegt am Exhibition-Turnier in Abu Dhabi kurz vor Weihnachten. Denn in den Emiraten wird es zwei sehnlichst erwartete Comebacks geben: Rafael Nadal und Dominic Thiem. Mit von der Partie ist mit Andrey Rublev auch die derzeitige Nummer fünf der Welt.