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US Open: Gibt es endlich wieder einen Debütsieger bei einem Grand-Slam-Turnier?

August 31, 2020

Lange war nicht klar, ob die Tenniselite in New York antreten darf. Schließlich sind die Infektionszahlen in den USA weiter hoch, zudem war der Big Apple ein zwischenzeitlicher Hotspot der Pandemie. Und dann auch noch auf der Tennis-Anlage in Flushing Meadows, die vorübergehend eine Krankenstation war. Das Turnier findet unter kompletter Abriegelung statt, Spieler erhalten ihre Akkreditierung erst nach einem negativen Corona-Test. Wer positiv ist, wie etwa der Franzose Benoit Paire, wird aus den US Open ausgeschlossen.

Debütsieg führt nur über den Djoker

Der große Favorit heißt einmal mehr Novak Djokovic. Der Serbe siegte erst am vergangenen Wochenende beim nach New York verlegten Masters-1000. Somit ist der 33-Jährige im Jahr 2020 noch ungeschlagen (23 Matches, 23 Siege) und auch in Flushing Meadows wird der Weg über ihn führen. Auch die Buchmacher sind sich einig, sollte Djokovic das Turnier nicht für sich entscheiden, wäre das eine faustdicke Überraschung.

Vor den ATP-Masters hätte man auch Dominic Thiem als Topfavorit bezeichnet. Doch dann kam das Erstrunden-Aus gegen Filip Kajinovic mit einer rätselhaft schwachen Leistung des Österreichers. Nichtsdestotrotz ist der 26-Jährige extrem fit, konnte die lange Pause gut nutzen und ist, ob seiner Ausdauer, gerade in den Best-Of-Five-Matches oft im Vorteil. Will der Lichtenwörther endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel holen, muss er wie schon bei den Australian Open gegen Djokovic ran, möglicherweise diesmal mit den entscheidenden Bällen auf seiner Seite. In Runde eins wartet mit Jaume Munar ein klarer Außenseiter, den es zu bezwingen gilt.

Die Jungen im Vormarsch – wer kann brillieren?

Mit Alexander Zverev darf man getrost auch einen Deutschen in den engeren Kreis der Favoriten einbeziehen. Wie bei Thiem verpatzte auch der 23-Jährige seinen Wiedereinstieg in den Wettkampf-Modus. Gegen Altmeister Andy Murray hatte er das Nachsehen, obwohl er sogar auf den Matchgewinn servierte. Der Aufschlag wollte plötzlich nicht mehr so recht hinhauen, so musste sich der gebürtige Hamburger geschlagen geben. Bei den Australian Open 2020 schaffte es Zverev das erste Mal ins Halbfinale eines Majors. Im Gegensatz zu Thiem landete der Deutsche nun bei den US Open in einem schwereren Viertel der Auslosung. Bereits in der ersten Runde wartet mit Kevin Anderson ein US-Open-Finalteilnehmer von 2017.

Zwei Spieler, auf die man achten sollte, sind Daniil Medvedev und Stefanos Tsitsipas. Medvedev ging als Titelverteidiger in das Masters-1000, scheiterte aber im Viertelfinale am Spanier Roberto Bautista Agut. Es waren die ersten Matches für den Russen seit der Corona-Pause. An die US Open des vergangenen Jahres erinnert sich der 24-Jährige wohl gern: Mit couragierten Leistungen zog er das Publikum auf seine Seite und rückte bis ins Finale vor. Rafael Nadal musste bis Satz fünf gehen, um den Russen zu biegen. Tsitsipas hingegen kam in New York noch nie über Runde zwei hinaus. Mit seinen erst 22 Jahren steht der Grieche aber noch am Anfang seiner Karriere und ist spätestens mit seinem Sieg bei den ATP-Tour-Finals in London im November 2019 jedem Tennisfan ein Begriff. Tsitsipas trainierte während der Pause in der Akademie von Patrick Mouratoglou und nahm auch am Ultimate Tennis Showdown teil. Der Athener besticht wie immer mit seiner Athletik, die in noch weit bringen wird. In Runde eins wartet mit Albert Ramos die Nummer 52 der Welt.

Zahlreiche Stars verzichten

In allen Wettbewerben werden laut der Organisatoren rund 53 Millionen US-Dollar Preisgeld verteilt, die Turniersieger der Einzelwettbewerbe erhalten jeweils 3 Millionen US-Dollar. Keine Chance auf das Preisgeld haben zahlreiche Stars, die aus den unterschiedlichsten Gründen, hauptsächlich aber natürlich aufgrund der Corona-Pandemie, auf einen Start verzichteten. Mit Rafael Nadal und Roger Federer, der sich erst kürzlich am Knie operieren ließ, bleiben zwei absolute Superstars dem Turnier fern. Auch die Nummer neun des ATP-Rankings Gael Monfils glänzt wie Stan Wawrinka, Kei Nishikori, Nick Kyrgios oder auch Jo-Wilfried Tsonga mit Abwesenheit.