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Ist Lionel Messi bereit, bei Paris Saint-Germain anzukommen?

Dezember 1, 2021

Am Wochenende zeigte Lionel Messi erstmals in der französischen Meisterschaft richtig auf, wenige Stunden später wurde er zum siebten Mal als Weltfußballer ausgezeichnet. In Paris wartet man noch auf die Ankunft des vermeintlich Besten aller Zeiten.

Nicht alle waren sich dieser Tage einig: Hat Lionel Messi die Auszeichnung als Weltfußballer des Jahres 2021 verdient? Außer Frage steht, dass der Argentinier in den vergangenen Monaten mit dem Sieg bei der Copa America erstmals mit seinem Heimatland über einen großen Titelgewinn jubeln durfte, selbst der Gewinn der Copa del Rey mit dem schwächelnden FC Barcelona war hoch einzustufen. Wenngleich verhältnismäßig unbedeutend in der Karriere eines Mannes, der allein im Jahr 2009 sechs Titel in einem Kalenderjahr mit seinem spanischen Lebensklub feiern durfte. Was nicht vergessen werden darf: Die Wahl zum Weltfußballer bezieht sich nicht auf die Zeit nach seinem viel diskutierten Wechsel nach Frankreich. Denn beim französischen Serienmeister Paris Saint-Germain schnalzte zwar die Fußballöffentlichkeit mit der Zunge ob der Tatsache, dass hier bald Mbappe, Neymar und Messi gemeinsam zaubern würden – einzig zu sehen war selbiges vom Superstartrio nur selten. Auch Emmanuel Petit unterstrich diese Wahrnehmung vor kurzem. „Messi war der König von Barcelona, bevor er kam“, sagte der Weltmeister von 1998. „Aber für mich ist Mbappe der König von Paris Saint-Germain, nicht Messi oder Neymar.“

Neymar verletzt, Messi gefordert

Die bloße Statistik unterstreicht Petits Meinung: 7 Tore und 7 Vorlagen hat Mbappe allein in der Liga bisher beigesteuert, Neymar hat je dreimal getroffen bzw. assistiert – Messi konnte in seinen gerade einmal sieben Ligaspielen bisher nur einmal richtig aufzeigen: am vergangenen Wochenende. Noch vor Bekanntwerden seines siebten Triumphs als Weltfußballer, was ihm seinen Rekord der meisten Siege beim Ballon d‘Or weiter ausbauen ließ, bereitete er alle drei Tore seiner Mannschaft vor. Langsam scheint Messi auch in der Liga zu zeigen, was er in der Champions League an neuer Wirkungsstätte mit drei Toren in vier Einsätzen bereits bewies – die Ankunft des für viele Besten aller Zeiten in der französischen Hauptstadt. Einen Messi in Form kann PSG gerade jetzt auch gut gebrauchen, denn beim angesprochene 3:1 gegen Saint-Etienne musste Neymar knapp vor Ende des Spiels frühzeitig den Platz verlassen: seine Verletzung bedeutet für ihn das Ende des Kalenderjahres aus sportlicher Sicht. Der Auswärtssieg am 15. Spieltag hatte auch aufgrund einer weiteren Personalie besondere Bedeutung: Sergio Ramos war erstmals seit seinem Wechsel von Real Madrid nach Paris in der Startformation des Ligakrösus gestanden. Der 35-jährige spanische Welt- und Europameister, der schon beim weißen Ballett als verletzungsanfällig galt, war in der Champions League gegen Manchester City Ende November zum ersten Mal im Kader der Hauptstädter gestanden, aber noch zu keinen Spielminuten gekommen.

Auf Titelkurs

In der englischen Runde diese Woche trifft Paris zuhause auf OGC Nizza. Es ist das Duell Erster gegen Dritter, doch schon früh in der Meisterschaft hat das Team von Mauricio Pochettino seine Verfolger weit abgehängt. 14 Punkte fehlen den Südfranzosen auf PSG, auch der Zweite Rennes ist schon zwölf Punkte zurück. Die Meisterschaft dürfte nach dem Ausrutscher im Vorjahr, als Lille sensationell den Titel holte, den Parisern heuer kaum zu nehmen sein. Ganz egal, ob der frische gebackene siebenfache Weltfußballer Lionel Messi in der Ligue 1 endlich an La Liga-Leistungen anschließen kann oder nicht.