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Was ist vom DFB-Team unter Hansi Flick zu erwarten?

September 2, 2021

Zum Auftakt der Amtszeit von Hansi Flick als deutscher Nationaltrainer stehen drei machbare Aufgaben an. Der 56-Jährige sorgte für eine kleine Überraschung mit einigen Kadernominierungen. Eine große fußballerische Revolution ist jedoch nicht zu erwarten.

Hansi Flick gilt als erfolgsbesessen, aber auch bescheiden. Genau so haben ihn einst die Fans der deutschen Nationalmannschaft und später des FC Bayern München kennengelernt. Sein natürliches Understatement haben ihn rasch zu einem Publikumsliebling werden lassen. Selbst, als er sich mit der Bayern-Führung verkrachte, hielten viele Anhänger des deutschen Rekordmeisters weiter zu Flick. So dürfte es nicht überraschen, dass er nun zum Antritt seiner Amtszeit als Bundestrainer einen großen Vertrauensvorschuss genießt.

Der 56-Jährige soll in den kommenden Monaten und Jahren die deutsche Mannschaft wieder auf Vordermann bringen. Die Wenigsten erwarten, dass Flick diesen Umbruch im Handumdrehen bewerkstelligen kann. Es wird ein Weg der kleinen Schritte. Passend dazu vertraut Flick für die erste Länderspielphase seiner Amtszeit auch auf viele altbekannte Gesichter. Außer der zurückgetretene Toni Kroos sowie Verletzte wie Mats Hummels sind alle mit an Bord. Neu hinzukommen Innenverteidiger Nico Schlotterbeck, Außenspieler David Raum und der Salzburg-Stürmer Karim Adeyemi. Zudem kehren Thilo Kehrer, Mahmoud Dahoud und Marco Reus zurück in die DFB-Auswahl.

Aggressiveres Pressing, mehr Zug zum Flügel

Die Kadernominierung deutet schon an, in welche Richtung die Reise gehen könnte. Flick verteufelt nicht jene, die bei den vergangenen beiden internationalen Turnieren frühzeitig ausschieden, sondern möchte mit ihnen gemeinsam, einen kleinen Neuanfang nach der Ära Joachim Löw beginnen. Dazu passt auch die taktische Handschrift von Flick, die sich von Löws nur punktuell unterscheidet. Er möchte wie sein Vorgänger einen Ballbesitz-orientierten und dominanten Offensivfußball praktizieren. Löw ist vielleicht von diesem Kurs in den letzten Jahren vereinzelt abgekommen, aber nicht selten kehrte er zu eben dieser Philosophie zurück.

Was sich unter Flick ändern könnte, sind die Mittel und Wege, wie dieser Offensivstil bewerkstelligt werden soll. Das Pressing der deutschen Mannschaft könnte etwas aggressiver praktiziert und die erste Phase des Pressings weiter vorn auf dem Feld ausgelöst werden. Zudem ist es denkbar, dass im Spielaufbau die DFB-Auswahl ein wenig schneller den Weg in die Spitze oder auf die offensiven Flügelspieler sucht, um nicht wie in der jüngeren Vergangenheit zu häufig gegen das Pressing des Gegners unter Druck zu geraten. Zumindest hat Flick so die zwei Spielzeiten mit den Bayern recht erfolgreich bestritten.

Machbare Gegner zu Beginn

Die größte Herausforderung für den 56-Jährigen wird darin bestehen, mit einer guten, aber keinesfalls Top-Defensive gegnerische Angriffe abzuwehren. Die größte individuelle Qualität befindet sich bei den Deutschen momentan im zentralen Mittelfeld sowie ganz vorn auf den Flügeln. In der Außenverteidigung oder auch im Mittelsturm muss Flick mit dem zurechtkommen, was er vorfindet.

Glücklicherweise für den Bundestrainer stehen mit Lichtenstein, Armenien und Island nun drei Gegner vor der Brust, die allesamt schlagbar sein müssten. Viele Fans werden Flick zumindest wünschen, dass er mit positiven Erlebnissen eventuell sogar eine neue Ära einläuten kann.