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Die Biathlon-Elite trifft sich im slowenischen Pokljuka: Wer sind die Favoriten im Kampf um die Medaillen bei der aktuellen Weltmeisterschaft?

Februar 10, 2021

Ab Mittwoch findet in Pokljuka die Biathlon-Weltmeisterschaft statt. In Einzel- und Staffelbewerben matchen sich die Athletinnen und Athleten um Gold, Silber und Bronze. Wie immer bei Großereignissen gilt: Nur das Podium zählt. Großer Favorit bei den Herren ist Superstar Johannes Thingnes Bø – der Norweger peilt seine insgesamt elfte WM-Goldmedaille an. Doch wie stehen die Chancen für Deutschland und Österreich?

Die Norweger als große Gejagte in Pokljuka

Zwischen dem 10. und 21. Februar wird die Weltmeisterschaft ausgetragen. Bereits zum vierten Mal nach 1998, 2001 und 2006 heißt der Austragungsort einer WM Pokljuka. In der Arena auf rund 1300 Metern finden zwölf Wettbewerbe statt – vier Mal Staffel und acht Einzelentscheidungen. Wie in den meisten Sportarten auch wird das Event ohne Zuschauer ausgetragen. Eingeläutet werden Medaillenkämpfe mit dem Mixed-Staffel-Bewerb am Mittwoch.

Favoriten gibt es mehrere – einer überragt natürlich das Feld: Johannes Thingnes Bø. Der Norweger ist nicht nur zehnfacher Weltmeister und 52-facher Weltcupsieger, sondern auch der aktuell Führende im Gesamtweltcup. Der 27-Jährige ist auf der Loipe fast unschlagbar, die Goldmedaille kann er sich nur mit einer miserablen Schießleistung verhauen. Aber auch letztes Jahr war er in Antholz der große Gejagte – und reiste schlussendlich „nur“ mit einer Goldenen nach Hause. Doch auch wenn Bø patzt, warten weitere Landsmänner, die den Sieg holen können. Sturla Holm Laegreid, Tarjei Bø und Johannes Dale belegen die Plätze zwei bis vier im Gesamtweltcup. 14 Weltcup-Einzel gab es bei den Herren in diesem Winter – elf Mal triumphierten die Skandinavier. Die Franzosen, bis zum Rücktritt von Martin Fourcade immer zu Topfavoriten gehörten, haben mit Quentin Fillon Maillet und Émilien Jacquelin zumindest zwei Biathleten, die sich Hoffnungen auf das Podest machen dürfen. Auch bei den Frauen dominieren die Norwegerinnen: Marte Olsbu Røiseland, die bei der WM in Antholz im vergangenen Jahr gleich fünf Goldmedaillen gewann, gilt auch in Pokljuka als Topfavoritin. Landsfrau Tiril Eckhoff liegt im Gesamtweltcup nur knapp hinter ihr.

Deutschland und Österreich mit kleinen Chancen

Für die Deutschen lief die Saison bisher nicht nach Wunsch. Arnd Peiffers Sieg im Massenstart von Hochfilzen war eher ein Ausreißer nach oben. Bei der WM ist er wohl trotzdem die größte oder auch einzige Chance für einen deutschen Podestplatz. Erik Lesser und Benedikt Doll werden auch versuchen mitzumischen, realistisch gesehen, haben sie wohl nur Chancen auf Edelmetall beim Staffelbewerb mit Peiffer. Bei den deutschen Damen sticht eine Athletin hervor: Franziska Preuß. Die 26-Jährige liegt im Gesamtweltcup auf dem fünften Platz, für das oberste Treppchen reichte es noch nicht. Ein weiteres bekanntes Gesicht ist Denise Herrmann, jedoch scheint sie vom Podest derzeit weit entfernt. Vor allem beim Schießen zeigte die Verfolgungsweltmeisterin von 2019 zuletzt große Defizite. Auch wenn die Möglichkeiten begrenzt scheinen, mit zumindest „vier bis fünf“ Medaillen will Sportdirektor Bernd Eisenbichler die Heimreise antreten. Das erste Edelmetall soll traditionell im Mixed-Bewerb abgeholt werden.

Bei den Österreichern zeigte eine Athletin in diesem Winter besonders auf: Lisa Hauser. Nicht wie üblich liegen die Medaillenhoffnungen auf den Herren – heißestes rot-weiß-rotes Eisen in Pokljuka ist die 27-jähige Kitzbühelerin. Hauser holte bereits fünf Podestplätze in diesem Winter, darunter ihren ersten Weltcupsieg beim Einzel in Antholz. Ihr bisher bestes WM-Resultat war 2019 Platz sieben im Einzel – es ist davon auszugehen, dass sie dieses Ergebnis übertrifft. Doch auch die Herren haben Chance auf Medaillen, auch wenn mit Felix Leitner nur ein Athlet in dieser Saison einen Stockerlplatz verbuchen konnte. Neben Leitner darf sich auch Simon Eder Hoffnungen auf einen Spitzenplatz machen. Der Routinier war durchwegs konstant, zudem tritt er mit Lisa Hauser im Mixed-Bewerb an. Julian Eberhard wiederum, vor dem bereits zurückgetretenen Dominik Landertinger 2019 bisher letzter heimischer WM-Medaillengewinner, wurde heuer von Rückenproblemen ausgebremst. Er wird zum Auftakt noch geschont.

Am Freitag wartet mit dem Sprint der Männer der erste Höhepunkt. Die Staffelbewerbe gehen am Samstag in einer Woche über die Bühne, ehe die Massenstarts am Sonntag den krönenden Abschluss bieten.