Wintersport

Skisprung Auftakt in Nischni-Tagil: Die Adler heben wieder ab

November 18, 2021

Dieses Wochenende ist es wieder so weit, die Adler ziehen wieder durch die Lüfte und jagen im russischen Nischnij Tagil nach den Weiten. Beim Weltcup-Auftakt der Skispringer in die neue Saison fehlt aber ein prominenter Name.

Der Österreicher Michael Hayböck muss die Skier vorerst in der Ecke stehen lassen. Der 30-jährige Oberösterreicher erlitt im Finale der Sommer-Weltcup-Saison in Klingental einen Bandscheibenvorfall und musste operiert werden. „Ich habe gleich nach der Operation gemerkt: Okay, die Schmerzen sind weg. Ich konnte sogar schon wieder ein bisschen in meinem Zimmer hier im Krankenhaus schmerzfrei herumspazieren“, meinte Hayböck gegenüber der Tiroler Tageszeitung direkt nach dem Eingriff. Für einen Einsatz zum Start der Weltcup-Saison wird es aber nicht reichen.

Breiter Favoritenkreis verspricht Spannung
In der Abwesenheit des Österreichers drängen sich andere Superstars in die Favoritenrolle. Ganz oben auf der Liste der Anwärter des ersten Siegs im Winter steht wenig überraschend Halvor Egner Granerud. Der Norweger holte sich nicht nur letzte Saison den Gesamtweltcup, auch die Wertung im Sommer-Grand-Prix konnte Granerud für sich entscheiden. Einer seiner stärksten Herausforderer kommt aus Japan. Ryoyu Kobayashi deklassierte zum Abschluss des Sommer-Grand-Prix den Rest der Skisprungwelt-Elite. Mit einem Vorsprung von mehr als 24 Punkten sicherte sich Kobayashi den Sieg und sammelte damit gehörig Selbstvertrauen. Dritter hinter Kobayashi und Granerud wurde in Klingenthal im Übrigen der Landsmann des norwegischen Gesamtweltcup-Siegers – Johann Andre-Forfang. Auch seine Formkurve zeigt steil nach oben und hat das Potential, ihn bis weit nach unten ins Tal zu tragen.

Aus deutscher Sicht könnte der neue Shootingstar Constantin Schmid für Furore sorgen. Der DSV-Adler belegte im Erzgebirge den fünften Rang, in der Endabrechnung landete der Oberaufdorfer auf Rang acht. Deutlich schlechter lief es im Sommer für die österreichischen Athleten. Neben der Verletzung von Hayböck konnten auch seine Landsmänner nicht für Jubelstimmungen im rot-weiß-roten Lager sorgen. So wurde Stefan Kraft in Klingenthal disqualifiziert und Markus Schiffner holte als einziger ÖSV-Athlet als 30. Punkte.

Damen-Dreikampf zum Auftakt
Die österreichischen Hoffnungen ruhen beim Saisonstart aber dennoch auf Stefan Kraft, aber vor allem auf Sara Marita Kramer. Die 20-Jährige konnte im März dieses Jahrs beide Damen-Bewerbe in Nischni-Tagil für sich entscheiden. Ihre härtesten Konkurrentinnen, die das Projekt der Wiederholung vermutlich liebend gern verhindern wollen, heißen Sara Takanashi und Nika Krizna. Die zuletzt genannte Slowenin konnte sich auch letztes Jahr den Gesamtweltcup sichern. Eine Woche nach den Herren entscheidet sich in Russland auch bei den Damen, wer sich als erste das gelbe Trikot der Gesamtweltcupführenden überstreifen darf.