Wintersport

Vierschanzen-Tournee: Alle Trümpfe liegen bei Kobayashi

Januar 4, 2022

Die Vierschanzen-Tournee wird dieses Jahr auf drei Schanzen entschieden. Nachdem der Wettkampf am Bergisel dem Wind zum Opfer fiel, gibt es nun zwei Springen in Bischofshofen, die darüber entscheiden sollen, wer sich den goldenen Adler sichert.

Beste Chancen auf seinen zweiten Tourneesieg hat der Japaner Ryoyu Kobayashi. Der Tournee-Sieger der Saison 2018/ 19 geht mit 13 Punkten Vorsprung ins Finale nach Bischofshofen. Dabei könnte Kobayashi eine Serie fortsetzen. Seit 2016 hat immer jener Athlet in Bischofshofen triumphiert, der auch in der Tournee-Gesamtwertung ganz oben auf dem Podest stand. Der Japaner jagt demnach seinen zweiten Sieg in Salzburg.

Lindvik ohne Podestplatz als erster Verfolger

Gestört werden könnte die Siegesfeier jedoch noch von Marius Lindvik. Nachdem Kobayashi jeweils in Oberstdorf sowie Garmisch-Partenkirchen gewann, ist der Rückstand des Norwegers aber schon beträchtlich. Zwei vierte Plätze lassen Lindvik jedoch trotzdem noch auf den Gesamtsieg hoffen. Für die Norweger geht es dabei auch um die Beendigung einer langen Durststrecke. Wenn Kobayashi patzt und Lindvik zum Nutznießer wird, dürfen sich die Skandinavier über den ersten Tournee-Sieg seit 2004 freuen. Damals gewann Sigurd Pettersen das Prestige-Springen.

Hinter Lindvik ist es jedoch spannend – wohl die wenigsten hätten dabei den Slowenen Lovro Kos auf der Rechnung gehabt. Nach einem sechsten und einem dritten Platz darf sich der 22-Jährige berechtigte Hoffnung darauf machen auch am Ende der Tournee am Treppchen zu stehen. Um ganz oben am Siegerpodest zu stehen, braucht es jedoch ein mittelschweres Wunder. 17 Punkte Rückstand dürften für den Shootingstar zu viel sein.

Deutsche Hoffnungen bereits abgestürzt

Die Chancen auf einen deutschen Tournee-Gesamtsieg sind dementsprechend auch eher gering einzuschätzen. Markus Eisenbichler und Karl Geiger, die vor der Tournee als Favoriten über die Anlaufspur gehandelt wurden, sind bereits nur Vierter bzw. Sechster in der Gesamtwertung. Neben einer gehörigen Portion Schützenhilfe durch Patzer der Konkurrenz müssten die Deutschen perfekte Sprungtage erwischen, um die Durststrecke von 20 Jahren ohne deutschen Tournee-Sieg noch zu beenden.

Ebenfalls weit abgeschlagen, sind die Österreicher. Deren aussichtsreiches Eisen, Stefan Kraft, verpasste in Garmisch die Qualifikation und musste somit seine Chancen auf einen möglichen zweiten Karriere-Tournee-Sieg bereits früh begraben.